Trading-Taktik

16. November 2011

Von Ken Long
Als ich beim Militär war,gab es Zeiten,in denen meine Einheit eine Operation exakt planen,gut vorbereiten und dann ausführen konnte.Dann gab es andere Zeiten,in denen es nicht möglich war zu planen oder gut vorbereitet in ein Gefecht zu ziehen,wenn wir beispielsweise überraschend angegriffen wurden etc.Ich denke,dass Trader die Möglichkeiten auf den Märkten zu handeln,auf dieselben zwei Arten angehen sollten.
Anlegen,Zielen,Feuern
Wenn Trader der Meinung sind,zu wissen was an den Börsen abläuft,sie eine Strategie haben und über eine Reihe festgelegter Setups verfügen,dann denken sie in der Kategorie „Anlegen, Zielen, Feuern“.
Beim Traden bedeutet dies,dass sie auf den Handelstag gut vorbereitet sind,über klar definierte Regeln verfügen und den daraus resultierenden Handelsansatz konsequent und diszipliniert umsetzen.
Sie befolgen dabei ihre Ein- und Ausstiegspunkte und halten sich an die Stop-Orders. „Anlegen“ beziehungsweise „vorbereitet“ sein umfasst zudem folgende Dinge:
1. Märkte identifizieren, die zu ihrer Strategie und zu ihrem Time-Frame passen.
2. Ein Handelssystem benutzen,dass diverse Backtesting-Durchläufe bestanden hat,damit sie ihre Tradingregeln auch einhalten können.
3. Das notwendige Screening der Märkte durchführen,Charts analysieren und eingehende Unternehmensmeldungen studieren,damit sie im Vorfeld potenzielle Trades ausfindig machen können.
4. Sorgsam Einstiegspunkte setzen und nötigenfalls ihre Einstiegsstrategie sowie ihr Risikoprofil an die aktuell herrschenden Gegebenheiten anpassen.
5. Ihre Ausstiegstrategie dem Kontext angleichen.
„Zielen“ umfasst zwei Schritte:
Erstens die Trading- oder Gewinnziele sowie ihr maximales Risiko festlegen,basierend auf der von ihnen festgelegten Strategie.Zweitens müssen sie sicherstellen,dass sie sämtliche vorher festgelegte Regeln einhalten können, und zwar bevor sie mit einem Trade beginnen. „Feuern“ bedeutet,den Trade konsequent und regelkonform durchzuführen.
Das „Anlegen, Zielen,Feuern“-Modell versetzt Trader zudem in die Lage, die Hauptbestandteile ihrer Tradingstrategie (Planung-Vorbereitung-Ausführung) im Nachhinein genau zu analysieren und in einem der drei Bereiche möglicherweise Verbesserungen vorzunehmen.
Probieren sie dieses Modell einmal aus,indem sie sich selbst die Fragen stellen:
Bin ich in den Bereichen Planung,Vorbereitung und Ausführung gleich gut, oder zeigt einer der Bereiche Schwächen? Wie würde meine Performance aussehen,wenn ich in allen drei Bereichen gleich gut wäre? Die Antworten auf diese Fragen werden ihnen helfen,ihre Tradingstrategien kontinuierlich zu optimieren und zu verbessern.
Anlegen,Zielen,Feuern
Auch an den Börsen gibt es Zeiten,in denen man anders agieren muss als geplant und wo die festgelegten Strategien nicht zur Anwendung kommen können.Was ist,wenn Trader die aktuelle Situation auf den Märkten die handeln wollen nicht richtig einschätzen können?
Wie vorgehen,wenn man über keine spezifische Strategie verfügt oder keine Zeit hatte,einen Trade in Ruhe mit Ein-und Ausstiegspunkten vorzubereiten?
Unter diesen Umständen sollte das Modell „Anlegen,Feuern, Zielen“ zum Einsatz kommen.Man sieht auf den ersten Blick,dass die Abfolge – oder die Sequenz – der Vorgehensweise eine andere ist.Zudem erscheint dieses Vorgehen riskant,weil man sich dabei nicht an die eigenen Tradingregeln hält.Doch es gibt Umstände an den Märkten,die derart explosiv oder flüchtig sind (z.B. ein FlashCrash),dass man mit einer geplanten Vorgehensweise nichts anfangen kann und jeden Trade verpassen würde.
Für diese Art von Umständen bedeutet „Anlegen“ oder vorbereitet zu sein,dass man sich nur auf den Märkten bewegt und nur die Strategien sowie Time-Frames benutzt,die man in der Vergangenheit schon mit Erfolg gemeistert hat. Trader müssen in der Lage sein instinktiv und blitzschnell zu reagieren.Dies geht nur,wenn man über erprobte Strategien verfügt.Erfahrung ist schließlich einer der besten Lehrmeister, gerade im Bereich der Risikominimierung.
„Feuern“ heißt in diesen Fällen,schnellstmöglich in eine Position einzusteigen,ohne die Umstände des Trades genauer zu kennen und dies auch noch mit einem vertretbaren Risiko zu tun!
„Zielen“ besteht hier in erster Linie darin,den Trade genau zu verfolgen, die Muster zu erkennen und die nötigen Kurskorrekturen vorzunehmen. Es ist wie bei einem ungezielten Schuss aus der Hüfte:
Das Geschoss schlägt irgendwo auf der Zielscheibe ein und anhand des Trefferbildes nimmt man dann erst die nötige Zielkorrektur vor,um genau ins Schwarze zu treffen.Auf diese Weise zu traden,bedeutet mit einem radikal anderen Konzept oder Ansatz an die Märkte zu gehen.Diese Methode ist für diejenigen Trader am besten geeignet,die mit einem Minimum an Informationen auch gute und schnelle Entscheidungen treffen können.Generell gilt jedoch:
Es ist immer wichtig,flexibel agieren zu können – und dazu gehört mehr als nur ein einzelnen Handelsansatz oder eine einzige Strategie.
Daher sollten auch die Trader,die gerne alles genau planen,den Ansatz „Anlegen, Feuern,Zielen“ zumindest im Hinterkopf behalten.
Denn man weiß ja nie,wann dieses Methode einmal von großem Nutzen sein könnte….

Quelle: Traders-Journal.de
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