Trading-Workshop mit Ken Long

13. Februar 2011

Von R.J. Hixson

Viele Leser unseres Newsletters haben  geschrieben,dass sie mehr über den Discretionary Workshop von Ken Long (er schreibt auch regelmäßig Kolumnen für Van K. Tharp) wissen möchten.Hier die gute Nachricht: Als Teilnehmer dieser Veranstaltung kann ich den Lesern aus erster Hand darüber berichten,was der Kurs für meine Tradingresultate bedeutet hat.Typischerweise präsentiert der Referent bei einem Workshop die Tradingsysteme die schult in der Art,dass er die Systeme und deren Funktionsweise ausführlich erklärt und die Fragen der Teilnehmer beantwortet.Auch Ken unterrichtet normalerweise in dieser Weise,denn sie ist effektiv und effizient.Doch bei seinem Discretionary Workshop läuft es anders,hier steht Ken nicht einfach vor den Leuten und redet über seine Trades.Vielmehr schafft er Umfeld,indem die Teilnehmer zusammenarbeiten,experimentieren und sich gegenseitig unterrichten.Zudem vermittelt Ken den Teilnehmern  seine  Lektionen über erfolgreiches Intraday-Trading.

Ken hat eine Liste entwickelt,mit Punkten,die zur täglichen Vorbereitung und Ausführung des Tradings unerlässlich sind.
Jeder kann davon profitieren,vom Daytrader bis zum Swingtrader aber auch diejenigen, die nicht an dem Workshop von Ken teilnehmen können.An dieser Stelle gebe ich einen Auszug daraus,was Ken seinen Leuten für das tägliche Trading rät.

Die Analyse

Bei einem Workshop im September haben 17 Trader jeden Morgen ihre Vorbereitungen und ihre Szenarien,die sie an diesem Tag handeln wollten,einer genauen Prüfung unterzogen.Bevor die Börsen öffneten,hat die gesamte Gruppe die vorherrschende Tendenz und die Volatilität an den Märkten analysiert.Wir schauten nach möglichen Gaps in der Eröffnung und überlegten uns,was passieren würde,wenn wir diese Gaps traden würden.Wir entschlossen uns jedes mögliche Szenario durchzuspielen und überlegten wie wir genau vorgehen würden,wenn sich eines dieser Szenarios verwirklichen sollte.

Danach betrachtete die Gruppe die verschiedenen Sektoren,einen nach dem anderen.Wir versuchten herauszufinden,welcher Sektor sich möglicherweise in Abhängigkeit vom Gesamtmarkt besonders gut entwickeln könnte.Wenn beispielsweise der Gesamtmarkt im Steigen ist,und dabei Rohstoffe besonders gefragt sind,könnten gute Tradingchancen auftreten bei Rohstoff ETFs,Industrie-Aktien und Papieren die mit Landwirtschaft zu tun haben.Als Teil ihres Tradingplans schrieb dann jede Person eine Liste von Trading Kandidaten auf,die sie aufgrund ihrer persönlichen Einschätzung der Marktlage herausgefiltert hatten.

Bevor es dann ans Trading ging,teilte sich die Gruppe in Einzelpersonen oder Teams zu zwei bis drei Mann auf.Als der Markt öffnete,begannen die Leute ihre Tradingpläne umzusetzen und kauften ihre zuvor gewählten ETFs,Aktien oder sie warten bis die festgelegten Einstiegspreise erreicht wurden.Jeder dieser Aktionen wurden von der jeweiligen Person,die sie ausführte,laut angekündigt.Auch wenn sie einen aus einer Position wieder ausstiegen,wurde die den anderen Tradern mitgeteilt.Ken zeichnete derweil jeden einzelnen Trade vom Anfang  zum bis  zum Ende genau auf.Es beeindruckte mich,wie unterschiedlich die Leute zu Werke gingen,obwohl sie in der Einschätzung der Gesamtlage der Märkte einer Meinung waren!Während des Tages gab Ken an verschiedenen Stellen seine Einschätzung des Handelsgeschehens an die 17 Trader weiter.Auch Ken ging einige Trades ein und begründete seine Aktionen.Zudem diskutierte die gesamte Gruppe untereinander über verschiedene Trades,ob die Vorgehensweise dabei stimmig oder unsinnig war,die Stops richtig gesetzt waren usw.

Die Nachbesprechung

Nachdem die Märkte an diesem Tag geschlossen hatten,erklärte und begründete jeder einzelne Beteiligte sämtliche seiner Trades in aller Ausführlichkeit vor der versammelten Klasse.Für mich persönlich war diese Abschlussbesprechung einer der wertvollsten Bestandteile des gesamten Seminars.Das Miteinander war außerordentlich konstruktiv und wir konnte jede Menge von einander lernen – gerade weil wir uns sozusagen gegenseitig „unterrichteten.“ Der Abend schloss damit,dass wir unsere Tradingpläne für den nächsten Handelstag vorbereiteten.Allein zu sehen,wie Ken seinen Tradingtag vorbereitete und was ich für meine eigenen Pläne (die komplett anders gestaltet sind) daraus lernen konnte,war für mich unbezahlbar!

Maßnahmen zur Tradingvorbereitung und deren Nutzen

1. Die Auswertung der Resultate eines Tradingplans muss täglich überprüft werden.Man lernt dadurch,wertvolle Informationen herauszufiltern und diese sinnvoll für das eigene Trading zu nutzen.

2. Es müssen verschiedene Trading Szenarien und die dazugehörigen Strategien für mögliche Gaps,die sich in der Eröffnung zeigen,entwickelt werden – und zwar für steigende und fallende Märkte.

3. Es müssen für jede Position die Einstiegpreise festgelegt werden und auf dem Chart Unterstützungen sowie Widerstände identifiziert werden.Dadurch erkennt man leichter, auf welchem Level eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht,dass sich die Märkte konstant in eine Richtung bewegen.

4. Trading-Chancen müssen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Time-Frames gesucht und beleuchtet werden.Dadurch findet man schon im Vorfeld mögliche profitable Trades und schließt diejenigen Tradingoptionen aus,die ein ungenügendes Chance-Risiko-Verhältnis aufzeigen.

5. Bei einem mechanischen Handelsansatz müssen die Tradingoptionen nach einem bestimmten „Turbo-Muster“ gefiltert werden.Dies soll Trader in die Lage versetzen, schon identifizierte Tradingchancen sehr schnell (auf kurzfristiger Basis) umzusetzen.

6. Es müssen im Rahmen des Risikomanagements Gelegenheiten geprüft werden,die eine Erhöhung der Positionsgröße ermöglichen und rechtfertigen.Dies versetzt einen in die Lage,die Tradingresultate dramatisch zu verbessern.

7. Zweckmäßige und erprobte Strategien zur Bestimmung der Positionsgröße für den Intraday-Handel müssen angewendet werden.Dadurch lernt man sein Geld so zu managen,dass man eine Vielzahl an Trades an einem Tag eingehen kann.

8. Der Markt muss in einem 30 Minuten Time-Frame analysiert werden,während sich der Handel kurz nach Eröffnung zu entwickeln beginnt.Dadurch können wiederkehrende Muster entdeckt werden,die mit dem Marktgeschehen an diesem Tag eng in Zusammenhang stehen.

9. Es müssen so genannte „kontinuierliche“ Trades entwickelt werden.Das bedeutet,man muss bestimmte Intraday-Trades identifizieren,die genug Potenzial besitzen,um über Nacht gehalten zu werden.

10. Man muss Statistiken über Gaps nutzen,um für diejenigen Titel,die man über Nacht halten will,die passende Positionsgröße zu bestimmen.Dieses Vorgehen führt dazu,dass man Gaps als ein „signifikantes“ Risiko versteht,das analysiert werden muss.Je nach Ergebnis der Analyse muss im Nachgang die Positionsgröße angepasst werden,damit das Risiko entsprechend berücksichtigt wird.

11. Jeden Tag müssen sämtliche Trades und auch die Tradingchancen,die man nicht eingegangen ist (egal aus welchen Gründen) analysiert werden.Dadurch erkennt man den Unterschied zwischen einer „reinen“ Idee für einen Trade und einem tatsächlich eingegangenem Trade mit seinem entsprechenden Resultat.

12. Man muss sich täglich mit seiner psychologischen Verfassung beim Trading auseinandersetzen und diese am Abend eingehend analysieren.Nur so bemerkt man, welchen enormen Einfluss psychologische Komponenten auf die eigenenTradingresultate haben.

13. In Zusammenhang mit Punkt 12 muss man lernen,seine psychologische Verfassung während des Tages zu kontrollieren und zu steuern.Man bemerkt dadurch,welchen Schwenkungen die Verfassung im Laufe eines Tages unterlegen ist,und kann bei Bedarf entsprechend gegensteuern.

14. Es muss darauf geachtet werden,dass man Situationen wahrnimmt,aus denen man etwas lernen kann – damit man die eigene Performance beständig verbessern kann.

15. Man muss das Marktumfeld aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.Dazu gehört auch,erfahrene Trader um ihre  Einschätzung der augenblicklichen Situation zu fragen.Dadurch kann man eine neue Perspektive einnehmen und möglicherweise bessere Entscheidungen treffen,die zu höheren Profiten führen.

Fazit:
Mittlerweile wende ich sämtliche Maßnahmen dieser Auflistung täglich an und sie haben meine Resultate beim Trading enorm verbessert.Daher möchte ich die Leser dieser Kolumne dazu ermutigen,die eine oder andere Maßnahme einmal selbst auszuprobieren und davon zu profitieren.

Quelle: Traders-Journal.de
Melden Sie sich kostenlos zum Traders-Journal an unter http://www.tradersjournal.de/

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