Profiwissen: High-Frequency-Trading und der Einfluss auf das Daytrading

6. September 2010

Im Sommer 2009 wurde in den USA eine Debatte über High-Freuqency Trading (HFT) ausgelöst.Hintergrund ist,dass ein Großteil der Orders an den elektronischen Börse nicht getradet sondern wieder gelöscht wird (“Flash Orders”).Dadurch wird der Markt “manipuliert”.Es entstehen “mehr” Preise und eine größere Volatilität sorgt dafür,das es für den Retail-Trader immer schwieriger ist, den Markt mit vernünftig skalierten Risiken zu handeln.Eine Auswirkung von HFTs ist es, dass Sie schneller ausgestoppt werden (besonders auf kleinen Zeitebenen) oder es bestimmte Programme gibt die bewusst die (emotionalen) Schwächen der unerfahrenen Trader ausnutzen um von Ihnen zu profitieren.

Tatsache ist,dass der Großteil der eingegebenen Order wieder gelöscht wird.Ein Beispiel:
Am 18. Februar 2010 wurden an der NASDAQ 1.247 Milliarden Aktien (Berechnet von T3 Capital Managment, New York). Trader haben an diesem Tag allerdings  nur in etwa 1%  des Volumens tatsächlich getradet.Der Rest der Orders wurde wieder gelöscht.

Die meisten Bids und Offers wurden vermutlich von Programmen in den Markt gelegt nur um in Sekundenbruchteilen wieder gelöscht zu werden (Sogenannte “Fake Bids und Fake Offers”).
Sean Hendelmann von T3 Capital (New Yorker Hedgefund) behauptet dabei, das dieses Vorgehen das Tatsächliche Bild on Angebot und Nachfrage dutlich verzerrt. “Trader verlassen sich auf die Daten (Bids/Offers) und diese Daten sind nicht real!” sagt Sean Hendelmann von T3 Capital.
HFTs selbst bestehen aus Computerprogrammen die Aktien (Futures u.a.) schneller kaufen und verkaufen können als Sie. Firmen die HFTs einsetzten profitieren zusätzlich von besseren Börsenkursen und schnellerer Ausführung da Sie Ihre Server durch “Co-Location” in räumlicher Nähe der entsprechenden Börsen aufstellen. So entsteht zusätzlich ein Informationsvorteil. Geschwindigkeit ist dabei der größste “Edge” der HFTs.Schauen Sie einmal ins Orderbuch (Inside Market) und beobachten Sie den “Kampf” der Programme und Sie bekommen einen Eindruck davon, was sich an den Märkten abseits der Charttechnik wirklich abspielt!
Nachdem einige Blogs und Insider über die Taktik von HFTs berichtet haben griff die Politik dieses Thema erneut auf.Im Moment propagiert ein Senator aus New York ein Verbot von den “Flash Orders” um das Ungleichgewicht an den Märkten auszugleichen.
Viele Trader der “älteren” Generation sind nicht in der Lage sich an die “neuen” Wahrheiten des Marktes anzupassen.Im Februar 2010 unterhielten wir uns mit einem ehemaligen Pit-Trader aus Chicago über die Nachteile die durch den elektronischen Handel und die HTFs entstanden sind,er slebst gab zu seit Einführungedes Algotrading nicht mehr profitabel handeln zu können.Ein gutes Beispiel für einen Trader der sich nicht anpassen kann.Es ist möglich den Systemhandel zu schlagen wenn Sie wissen wie!
Es gibt eine Unmenge and Programmen:
Das “Neue Hochs verkaufen Programm”
Das “Neue Tiefs kaufen Programm”
Das “Mit Großen Orders auf dem Bid Käufer anlocken und dann verkaufen” Programm
uvm.
In unserem Trader-Coaching berichten uns angehende Trader interessanterweise oft von einem wiederkehrenden Problem:
Nach der Lektüre von eininge n Börsenbüchern und Seminaren trauen sich die angehenden Trader mit echten Geld in den Markt.Die häufigste Strategie ist dabei Ausbrüche zu handeln um von beginnenden Trends zu profitieren.Der Ansatz ist gut allerdings geht es in den meisten Fällen schief. In unsere gemeinsamen Trade-Analyse  berichten uns die Teilnehmer davon, dass die meisten Trade einfach nicht aufgehen. Sie kaufen dien Ausbruch und der Trade läuft anschließend sofort gegen sie. Fast 80% der Teilnehmer haben genau dieses Problem.
Die Gründe für die “Fehltrades” sind dabei eigentlich ganz einfach:
  1. Es wird ausschließlich Technische Analyse eingesetzt und nicht darauf geachtet, was die Marktteilnehmer tatsächlich machen (Orderflow-Analyse: wer kauft und wer verkauft?)
  2. Es wird nicht auf Bestätigung des Ausbruchs gewartet sondern “blind” gekauft
  3. Die Trader sind sich den Auswirkungen der HFTs nicht bewusst und werden so Opfer des Programmtradings.
Ein weiteres Problem ist das Shorten neuer Tiefs:
“Neue Tiefs verkaufen” lautet die Börsenweisheit (analog zu “neue Hochs kaufen”).Prinzipiell ist das richtig – wären da nicht die HTFs.
Programme wie “Das neue Tief kaufen” fangen die Trader ein, die genau am Tief short gegangen sind. Kurz nach dem neuen Tief steigen die Preise soweit an,dass die meisten Shorts zum Covern gezwungen sind. Diese Programm ist besonders beliebt aber schlagbar!
Sollten Sie etwas Tradingerfahrung und Kenntnisse in der Orderflow-Analyse mitbringen dann werden Sie diese Muster schnell erkennen und von Ihnen profitieren wenn Sie sich anpassen.
Trading ist komplexer geworden und für jeden ernsthaften Trader führt kein Weg daran vorbei sich mit den Techniken der Quants auseinanderzusetzten (die im Übrigen keine besseren Trader sind). Letztendlich wird jedes Programm irgendwann nicht mehr funktionieren. Die Quants müssen ständig neue Programme entwicklen – genauso wie Sie sich anpassen müssen.Der Vorteil von uns Retail-Tradern ist es allerdings, das wir flexibel sind. Flexibler als ein Computerprogramm wenn wir genug trainieren und die Muster schnell erkennen.
HFTs haben das Trading schwieriger gemacht.Und wie immer im Leben die Leute aus dem Markt genommen die sich nicht anpassen konnten. Alle Trader die die Systeme der HFTs erfolgreich erkennen und eine Gegenstrategie entwickeln werden auch in Zukunft erfolgreich bleiben!
Happy Trading,
PHILIPP
Quelle: www.daytrading.de
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