Bei Gewinnmitnahmen ist Geduld gefragt

10. April 2010

von Van K. Tharp, Ph. D und D. R. Barton, Jr.
Haben Sie jemals ein Problem gehabt und dabei nicht realisiert,dass es eine ganz einfache Lösung dafür gibt,bis jemand anders Ihnen diese Lösung gezeigt hat?In einer anderen Kolumne habe ich die Affinität meines Sohnes Josh für das Golfspiel beschrieben.
Zu Beginn des Jahres hat er an einem Problem mit dem Schwung seines Golfschlägers gearbeitet.
Dieses Problem hinderte Ihn daran,den Ball nicht so weit zu schlagen wie er es eigentlich sollte.
Er beendete seine Schlagbewegung nicht richtig,denn seine Hüften waren nicht vollständig in Richtung des zu spielenden Lochs gerichtet und sein Kopf war dabei noch zu weit nach unten geneigt.Josh arbeitet mit einer Reihe von Golfprofis,um seine gesamte Aushol- und Schlagbewegung zu verbessern.Obwohl einige der Übungen durchaus hilfreich waren,kam mein Sohn nicht wirklich weiter.Dann jedoch,während einer scheinbar „wundersamen“ Übungsstunde,zeigte einer der Profis meinem Sohn ganz genau was er falsch machte.Trotz eines „schönen“ Abschlags hob er seinen Kopf nicht hoch,und konnte somit auch nicht den Flug des Balles mit seinen Augen verfolgen.
Innerhalb von fünf Minuten hatte der Profi nicht nur die gesamte Schlagbewegung von Josh analysiert – sondern auch korrigiert.Einfach indem er ihm zeigte,was Josh mit seinen Augen machen musste,sodass der Rest des Körpers automatisch und in der richtigen Haltung folgte.Es war etwas so Einfaches,und im Nachhinein etwas sehr Offensichtliches.Doch Josh konnte das Problem nicht ohne jemanden lösen,der die Schlagbewegung von einer anderen Perspektive aus betrachtete.
Ich habe vergleichbare Situationen bei Tradern erlebt,mit denen ich arbeite.Es ist sehr schwierig die Lösung zu finden,wenn man in eine Situation verwickelt ist, aber ein geschulter Blick von außen,kann oft ein Problem richtig und schnell erkennen und die entsprechende Lösung herbeiführen.
Viele Problem und eine universelle Lösung
Als ich Trades von vielen verschiedenen Tradern eingehend analysierte,kamen die üblichen Probleme ans Tageslicht. Zuerst – und dieser Punkt tauchte am häufigsten auf – wurden Gewinne zu schnell oder voreilig – mitgenommen.Das zweite Problem betraf das Setzen von Stops.Diese wurden in der Regel zu eng und zu früh innerhalb eines Trades platziert – um zumindest einen Breakeven zu generieren.
Doch beide Probleme hängen dicht zusammen,denn beides hat mit der Angst zu tun,eingefahrene Gewinne wieder abzugeben.Auf einer tieferen Ebene haben beide Probleme mit „Rechthaberei“ zu tun – man will bei einem Trade mit seiner eigenen Einschätzung richtig liegen.Doch glücklicherweise haben beide Angelegenheiten dieselbe Lösung,sie heißt: „Üben Sie sich in Geduld,um einem Trade zu erlauben,sich zu entwickeln“.
Diese Geduld kann leicht erreicht werden,wenn man einen Tradingplan zusammenstellt,der klar beschreibt,wo genau (bei welchem Kurs) Gewinne mitgenommen werden und wie genau (bei welchem Kurs) Stops gesetzt und nachgezogen werden – und zwar in die Richtung,in die der Trade läuft.

Wenn wir einen Schritt zurücktreten und eine objektive Sicht der Dinge einnehmen,können wir sehen,dass ein vorschnelles Mitnehmen von Gewinnen die Goldenen Tradingregel verletzt – Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.Doch in der Hitze des Gefechts ist es sehr schnell möglich,selbst die grundlegenden Tradingregeln zu vergessen.

Der richtige Ansatz

Einem Trade die volle Bewegung hin zum Profitziel – oder zu der jeweiligen Stopmarke – zu erlauben – gibt ihnen die Freiheit,diesen Trade einfach arbeiten zu lassen.Anmerkung: Über die Jahre hinweg hat eine Sache wirklich sehr gut funktioniert – nämlich einen Stop bis zum Break-even der Position nachzuziehen.In der nächsten Ausgabe des Traders Journal werde ich dies daher eingehender erläutern,unter Einbeziehung Bei Gewinnmitnahmen ist verschiedener Tradingstile,wie Trendfolger usw.In Jack Schwager’s Buch New Market Wizards,beschreibt William Eckhardt einen Fehler,den viele Börsenteilnehmer immer wieder machen – sie widmen jedem einzelnen Trade einfach zu viel Aufmerksamkeit.
Eckhardt bemerkt dazu,dass jeder einzelne Trade nur ein kleiner Teil es großen Gesamtbildes ist und daher möglichst emotionslos behandelt werden sollte.Wenn wir einen einzelnen Trade zu wichtig nehmen,dann neigen wir dazu alles zu unternehmen,damit gerade dieser eine Trade auch wirklich funktioniert.Wir wollen den Gewinn mit „Gewalt“ erzwingen, was in der Regel nicht geht und im Gegenteil eher noch Verluste produziert.Das bringt uns zurück zur Geduld….

Hierzu ein Beispiel:
Ein Freund von mir lies sich zu Beginn seiner Karriere immer dadurch aus seinem Konzept bringen,dass er seine Trades im Vorfeld zu genau analysierte,er fand einfach kein Ende,sodass er immer wieder die besten Einstiege verpasste.Die änderte sich erst,als er den einzelnen Trades nicht mehr so viel Aufmerksamkeit widmete und stattdessen für sich klare Tradingregeln definierte. So hatte er stets das Gesamtbild im Auge und seine Performance verbesserte sich nachhaltig.
Fazit:
Was mein Freund erfolgreich umgesetzt hat,können Sie auch.Stellen Sie klare Tradingregeln für sich selbst auf,beachten die einzelnen Trades so gut es geht ohne Emotionen und richten Sie Ihren Blick stattdessen auf das große Gesamtbild – oder die langfristige Perspektive.Und das Wichtigste zum Schluss: Üben Sie sich in Geduld und lassen Sie Ihre Trades zur vollen Entfaltung kommen,dann stellt sich im Laufe der Zeit auch der Erfolg an den Märkten ein.
Quelle: http://www.Traders-Journal.de
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