Rainbow-Trading

26. März 2010

Von Lars Gottwik

Sehr geehrte Traderinnen und Trader,in diesem Artikel über (m)einen Tradingstil,das Rainbow-Trading,möchte ich Ihnen einen ersten kurzen Überblick über eine Strategie geben,die mich seit Jahren fasziniert und mich als Vollzeittrader an den Finanzmärkten profitabel agieren lässt.Das Rainbow-Trading ist Trendfolge in Reinform und hat den Anspruch eine gewisse Zeit an einem bereits etablierten Trend zu partizipieren.
Dieser Trendfolgeansatz erhält durch die markante Verwendung von gleitenden Durchschnitten sein Aussehen.
Für die Signalgenerierung finden Kerzenformationen,Fibonacci-Retracements,Preiskanäle und vieles mehr Verwendung.Eine der größten Stärken dieses Ansatzes ist es,nicht zu früh immer wieder einen potenziellen Hoch- oder Tiefpunkt zu antizipieren,sondern dem einfach und überaus deutlich zu visualisierenden Trend zu folgen.Dem Trader gibt das Rainbow-Trading die verschiedensten Trading-Setups an die Hand,die je nach eigener Neigung und Erfahrung umzusetzen sind.
Ein Setup möchte ich hier exemplarisch vorstellen.Zuerst aber einen kurzen Exkurs in die Welt der Rainbow Begrifflichkeiten.

Centerline:
Der gleitende Durchschnitt,der die längste Periode-Einstellung hat,wird Centerline genannt und ist gleichzeitig der wichtigste im Rainbow-Setup.Mit diesem gleitenden Durchschnitt wird die Trägheit bzw. Reagibilität des kompletten Systems gesteuert.Die Centerline definiert das Bull/Bear-Level und somit auch ob Long- oder Shortpositionen zu bevorzugen sind.

Fastline:
Genau das Gegenteil der Centerline ist die Fastline.
Wie der Name schon sagt,ist sie der gleitende Durchschnitt mit der niedrigsten Perioden-Einstellung.
Warum ist die Fastline so wichtig?Weil sie maßgeblich an der Signalgenerierung beteiligt ist.Bei unterschiedlichen Rainbow-Setups werden verschiedene Fastline-Einstellungen verwendet.

Spin:
Ein Spin im Rainbow-Trading zeigt eine komplette Trendumkehr an.Das heißt:
Alle gleitenden Durchschnitte wechseln von der einen auf die andere Seite.
Anders als bei klassischen »Cross -Systemen«,die auf dem Kreuzen von zwei gleitenden Durchschnitten basieren,braucht der Rainbow Zeit zum »Spinnen« (drehen).
Das heißt:Ein System,das immer im Markt investiert ist,eine sogenannte Stop-and-Reverse-Taktik,ist mit dem Rainbow nicht möglich.

Backspin:

Wie der Name bereits andeutet ist der Backspin mit einem Spin verwandt.Allerdings ist mit dieser Begrifflichkeit eine Konsolidierung und nicht ein kompletter Trendwechsel gemeint.Die Ausgeprägtheit einer Konsolidierung im Trend wird im Rainbow-Trading gemessen,indem der Trader beobachtet,wie viele gleitende Durchschnitte anfangen einzudrehen und wie tief der Preis in den Rainbow eintritt.Bei Backspins werden Red-,Yellow-,Green- und Blue-Backspins unterschieden.

Spining Girl:
Ein Basiswert,der sich in einer Range bzw. trendlosen Phase befindet,wird als Spining Girl bezeichnet.Die gleitenden Durchschnitte „spinen“ ohne Unterlass von einer zur anderen Seite. Zeigt sich ein solcher Chart,so sollte der Rainbow (Trendfolge-) Trader nicht nach Trading-Ideen Ausschau halten!
Nachdem Sie nun einige Begrifflichkeiten des Rainbow-Trading kennengelernt haben,möchte ich exemplarisch für die verschiedenen Rainbow Trading-Setups zwei Ansätze kurz umreißen.
Red Bullish Hammer

Die Hammer-Entry-Setups sind mächtige Werkzeuge.Natürlich hängt die Trefferquote stark davon ab,welches Profit Target man wählt bzw.wie die Stops verwaltet werden.
Der Trader muss sich aber immer vor Augen führen,dass in diesem Moment alle Signale auf Grün stehen.
Der Rainbow ist voll aufgefächert.Kein gleitender Durchschnitt schneidet einen anderen!
Der Preis liegt über der Fastline.Es bildet sich ein Red Bullish Hammer,d. h. der Preis setzt auf den roten Durchschnitten kurz auf,um danach umgehend die Bewegung impulsiv in Richtung des Trends wieder aufzunehmen.Der Schlusskurs liegt außerhalb des Rainbows und somit auch über der Fastline.Die Kerze schließt auf Periodenhoch respektive in den oberen 20% der Range!
Sind alle Kriterien erfüllt,eröffnet der Trader eine Long-Position zum Open der nächsten Kerze.
Für den Stop-Loss gibt es zwei Varianten.Der aggressive Trader sollte den Stop-Loss direkt unter die Kerze legen.Nach solch einer bullischen Kerze,die in Trendrichtung gebildet wird,ist von einer umgehenden Trendfortsetzung auszugehen.
Diese Variante ist sehr aggressiv und zielt auf ein sehr gutes CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) ab.Der Trader geht bewusst das Risiko ein, durch den sehr eng gewählten Stop-Loss öfters kleine Verluste hinzunehmen,um dann aber an wirklich starken Trends überproportional zu verdienen.Wem dieser Stop zu eng gewählt ist bzw. wer dieses Setup mental nicht durchsteht, der kann den Stop-Loss auch unter das letzte Verlaufstief setzen (siehe Dow-Theorie).
Allerdings bleibt hier zu konstatieren,dass diese Stop-Loss-Variante ein relatives Tief in der Nähe bedingt.
Ist kein Verlaufstief in einem sinnvollen Abstand zu finden,ist der Trader gezwungen,entweder den Trade nicht einzugehen oder die aggressive Stop-Loss-Variante zu wählen.
Setzt ein Trader den Stop-Loss unter ein relatives Tief,so ist dies nur sinnvoll,wenn der Entry durch den Red Bullish Hammer relativ nahe an dem favorisierten Tief stattfindet.
In der Rainbow-Szene ist es Konsens,die konservative Stop-Loss-Setzung nur dann anzuwenden,solange das letzte Tief nicht weiter als die doppelte Höhe der Signalkerze entfernt liegt.Findet die Trade-Eröffnung weiter entfernt statt,so sollte der aggressive Stop-Loss bevorzugt werden.Andernfalls beschneidet der Trader auf lange Sicht sein CRV zu deutlich.Meist kann dies dann nicht mehr über eine höhere Trefferquote kompensiert werden.Um die Theorie auch in der Praxis zu verdeutlichen, zeigt der folgende Chart gleich zwei Red Bullish Hammer Setups in kurzer Abfolge. Am 12.März diesen Jahres zeigte sich das angesprochene Setup im EUR/USD 10Minutenchart um 9.30 und 10.00Uhr!In beiden Fällen waren alle Kriterien für einen Long-Einstieg erfüllt!

Quelle: Traders-Journal.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: