Spread-Trading

26. März 2010

Das Geld verdienen an der Börse beinhaltet eine Reihe von Problemen,von denen weder Anfänger noch Profis ausgenommen sind.
Eines der größten ist das Risiko,das sich beim Investieren nicht vermeiden lässt.Denn wer sein eigenes Geld oder das anderer Leute verwendet,um mit dem Handel von Firmenanteilen oder Derivaten Gewinn zu machen,der läuft immer auch Gefahr,den Einsatz teilweise oder ganz zu verlieren.Die Profis haben den Anfängern jedoch gewisse Techniken voraus,mit denen sie das Risiko kalkulierbar machen oder ausschalten.

In dieser Ausgabe wollen wir uns einem solchen Thema annähern.
Es baut auf der Idee auf, die ungewollte Entwicklung einer Position abzusichern.
Aus dem Englischen ist hierfür der Begriff ‚Hedging‘ üblich.Wer nun an Hedgefonds denkt,der liegt jedoch falsch.Diese Anlageprodukte suggerieren zwar Sicherheit,haben in der jüngsten Vergangenheit jedoch gezeigt,dass sie trotzdem kein Schutz vor Verlusten sind.
Doch zurück zum Hedging:
Wie kann man sich effektiv vor Verlusten schützen,wenn es in die falsche Richtung geht?
Vielen kommt sicher sofort ein Gedanke – Stop-Loss.Auf nichts wird in der Literatur so herumgeritten wie auf der Notwendigkeit,Verluste zu begrenzen,indem man einen Trade schließt.
Zu viele haben schon ihr gesamtes Konto verloren,während sie wie gebannt auf die Wende gewartet haben,die nie kam.Doch mit dem Schließen eines Verlust-Trades stellt sich genau das ein,was man vermeiden will.Man erleidet einen Verlust.Und eine Reihe solcher Verluste kann die gleiche Wirkung haben wie das Aussitzen.
Am Schluss ist der Schaden groß.Irgendwie scheinen die Profis in den Investment-Banken die Dinge anders anzugehen.
Denn dass bei der Deutschen Bank oder Goldman Sachs routinemäßig größere Verluste durch Stop-Loss entstehen,ist angesichts der Rekordgewinne, welche die Banken dieses Jahr wieder bilanziert haben,zumindest unwahrscheinlich.Profis sichern sich ab,indem sie immer mit dem Schlimmsten rechnen.
Die Frage muss also lauten:
„Wie kann ich Geld verdienen,wenn meine Position ins Minus rutscht?“Die Antwort liegt nicht in der Position selbst.
Das Geld muss aus einer anderen Quelle stammen.
Dafür gibt es die Möglichkeit,eine zweite Position einzugehen,die in diesem Fall im Plus ist. Dafür werden meistens Derivate wie Optionsscheine benutzt.Doch die haben einen Zeitwertverlust und sind schwierig zu berechnen.

Aktien-Spreads
Warum also in die Ferne schweifen?Sehen wir uns einen einfachen Fall mit der Aktie von Apple an (AAPL).Die Aktie hat eine bewegte Vergangenheit und wurde von vielen als einer der aussichtsreichsten Technologiewerte gehandelt. Doch sollte man deswegen auf Apple setzen?Oder wäre es an der Zeit,mit einem Short auf das Ende des Hypes zu warten?
Im Vergleich mit dem NASDAQIndex,in dem die Aktie gelistet ist,hat Apple teilweise besser abgeschnitten – und dann wieder schlechter.Ein Blick auf den Chart zeigt,dass die Richtung der beiden zwar nicht unbedingt vorhersagbar gewesen wäre,wohl aber der Wechsel der Seiten.Mal lag Apple über dem NASDAQ-Kurs,dann wieder umgekehrt.
Um sich im Falle eines Apple-Shorts gegen einen steigenden Markt zu schützen,hätte man also in eine entsprechende Menge von NASDAQ-CFDs investieren können.Nun ist es nicht mehr wichtig,ob Apple steigt oder fällt,sondern ob Apple im Vergleich zum NASDAQ steigt oder fällt.
Ein wichtiger Hinweis am Rande:
Die Werte müssen für den Vergleich entsprechend angepasst werden.Mit 230 US-Dollar liegt
Apple natürlich immer unterhalb der 1.925 Punkte des NASDAQ.

Index-Spreads
Ähnliches lässt sich mit Indizes anstellen.NASDAQ und der EURO STOXX 50 sind hier allerdings ein schlechtes Paar.Wir suchen Werte,die eine enge Verwandtschaft verbindet.
Hier bieten sich der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average an,denn alle Aktien des Dow Jones sind im S&P 500 enthalten.
Ein Blick auf den entsprechenden Chart zeigt,dass sich beide Indizes ähnlich entwickeln.Doch hin und wieder entstehen Lücken. Dabei liegt der Dow Jones mal über und mal unter dem Kurs des S&P500.Das lässt sich ausnutzen.
Liegt der Dow Jones höher,verkauft man eine entsprechende Menge an CFDs short,während man den gleichen Wert in S&P 500-CFDs kauft.
Das Verhältnis ist derzeit etwa 9,25.
Das heißt,man kauft etwa neun CFDs für den S&P 500 und verkauft nur ein CFD für den Dow Jones.Bewegt sich der Markt nun auf und ab,passiert im Portfolio nichts.
Denn das Geld,das die Long-Position verdient,verliert die Short-Position zur selben Zeit.
Bewegen sich die Linien jedoch aufeinander zu,so gewinnt eine Seite mehr als die andere verliert.

Rohstoff-Spreads
Den Ursprung hat das Spread-Trading wahrscheinlich in den Rohstoffmärkten.Hier gibt es oft enge Verwandtschaften von Produkten,die durch ihre Produktion voneinander abhängig sind. Ein Beispiel ist Rohöl und Heizöl.Beide bewegen sich fast immer parallel,jedoch nur fast.
Auch hier zeigt der Chart ein Auseinanderdriften gerade zum aktuellen Zeitpunkt.Hier ließe sich ein lohnender Spread-Trade starten.
Auch Rohöl und Sojaöl sind gute Kandidaten,seit aus Soja Biodiesel gewonnen wird.
Noch enger verwandt sind Sojaöl und Tierfutter aus Sojaresten, genannt ‚Soy Meal‘.Denn durch Pressen der Bohnen wird Sojamilch und Sojaöl gewonnen.
Der Rest ist Abfall und wird verfüttert.
Wie viel Öl auf den Markt kommt,wird also automatisch durch die Menge von ‚Soy Meal‘ bestimmt und umgekehrt.Der entsprechende Chart zeigt,dass sich derzeit auch hier eine gute Trading-Chance ergibt,denn der Spread ist weit geöffnet.

Kalender-Spreads
Eine andere Art des Spread-Tradings mit CFDs nutzt die Laufzeit verschiedener Rohstoff-
Futures.
Es ist nachvollziehbar,dass der Ölfuture,der nächsten Monat abläuft,sensibler auf aktuelle Ereignisse reagiert als der Future vom Dezember.Hintergrund ist,dass sich Raffinerien mit Öl zeitnah eindecken.
Bricht nun eine Pipeline in einer Ölregion,so steigt der Preis vorübergehend.Doch das Rohr ist sicherlich innerhalb weniger Wochen geflickt.So entsteht eine Preisdifferenz zwischen dem aktuellen Öl-Future und dem vom Jahresende.
Wir haben spaßeshalber den Kurs der zwei Futures über den Chart des Dow Jones Industrial Average gelegt und eine interessante Beobachtung gemacht.
Während sich auch beim Öl ein Spread ergibt,den Profis traden, läuft der Preisanstieg des Öls ebenfalls parallel mit dem Aktienmarkt.Doch es gibt manchmal Unterschiede,die sich als Spread nutzen lassen,wie man im letzten Herbst sieht.
Auch zu Jahresbeginn hatte das Öl noch einmal einen Sprung gemacht,den die Aktien jedoch nicht nachvollzogen.Ergebnis war ein Preiseinbruch.

Unterstützung durch CFD-Broker
Derzeit bieten CFD-Broker keine Spread-Funktionalität an.Vor allem in der Chartsoftware ist es daher schwer,einen Spread zu visualisieren.Man muss sich hierbei anders behelfen. Außerdem bieten nicht alle Broker CFDs auf entfernte Futures an,weil sie zum Beispiel Öl-CFDs am Monatsende einfach weiterführen.In diesem Fall lassen sich keine Kalender-Spreads aufbauen.

Fazit:
Durch die Idee des Hedgings lassen sich Positionen absichern und Verluste vermeiden.
Ein Stop-Loss ist bei einem Spread nicht erforderlich bzw. gar nicht möglich.Spread-Trading setzt nicht auf die eigentliche Kursentwicklung,sondern ausschließlich auf die Verschiebung eines Verhältnisses zweier Positionen zueinander.
Um ein willkürliches Auseinanderdriften zu vermeiden, sollten dabei nur Positionen verwendet werden,die auch tatsächlich voneinander abhängig sind.
Der Unterschied im Preis der beiden Seiten muss dabei entsprechend berechnet und durch Positionsgrößen kompensiert werden.

Quelle: www.cfds-kompakt.de finanzpark AG

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Index&Index-Future

26. März 2010

Der Dax ist ein Index,dessen Kurse einmal pro Sekunde nach einer bestimmten Formel berechnet werden,wobei die Bewegungen der im Index gelisteten Aktien ausschlaggebend für
den berechneten Daxstand sind.
Dies trifft auf alle Indizes zu.All diese sind nur berechnete Kurse.Ein einfaches Beispiel:
Nehmen wir an,der Dax steht bei 6.000 Punkten und die einzige Aktie,die sich in der nächsten Sekunde bewegt,ist Siemens.Dies springt genau 10,00 % an (News oder was auch immer).Siemens soll im Beispiel mit 20% Gewichtung im Dax vertreten sein.Das heißt für den Dax,dass dieser in der neuen Berechnung 20% der 10% Siemens Gewinne macht.
Der Kurssprung in Siemens führt also zu einem Daxstand von 6.120 Punkten,was einem Plus von 2% entspricht (ein Fünftel des Siemensanstiegs oder eben 20% des Siemensanstiegs).
In der Praxis wird die Gewichtung jeder einzelnen Aktie im Index von der Börse festgelegt und ständig verändert.Aber durch diese Gewichtung und die neuen Kurse in den einzelnen Aktien und die daraus kumulierten Veränderungen für den Dax,ergibt sich jede Sekunde ein neuer Daxstand.
Ein Future ist ein Produkt,dessen Kurse durch Angebot und Nachfrage zu stande kommen. Bei einem Futurestand von 6.000 Punkten wird sich dieser beispielsweise nur dann nach oben auf 6.001 Punkte bewegen,wenn jemand bereit ist,für 6.001 Punkte zu kaufen und ein anderer bereit ist,zu diesem Preis zu verkaufen.Je nachdem,wo nun welche Kauf- und Verkaufsoders im Markt liegen,ergibt sich der nächste Kurs.
In einem Future wird also nichts berechnet und betrachten wir die reine Kursbildung,hat auch die Aktienbewegung keinen direkten Einfluss auf die Kurse.Nun kommt aber das Wesen des Dax Futures zum Tragen.Haben Sie beispielsweise einen Kontrakt gekauft,berechtigt Sie dies zum Erwerb des Dax Indexes zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Futures.
Wir hatten gerade am letzten Freitag solch einen Verfallstag.Nehmen wir vereinfacht an,Sie hätten bereits eine Woche vorher den Dax Future zu 5.900 Punkten gekauft (Zahlen sind ausgedacht) und am vergangenen Freitag hätte der Dax bei 6.000 Punkten gestanden.
Da der Dax als solches ja kein greifbares Produkt wie Gold,Silber etc. ist,hätten Sie natürlich nicht den Dax geliefert bekommen,sondern einen Barausgleich in Höhe der Differenz.
Diese betrug 100 Punkte und ein Punkt hat einen Wert von 25,00 Euro.Ihrem Konto wären am vergangenen Freitag also 25 * 100 = 2500 Euro gutgeschrieben worden.
Genau diese Beziehung von Dax und Dax Future am Fälligkeitstag führt in der Praxis nun zu der Tatsache,dass die Verläufe zwischen beiden ähnlich sind.
Nehmen wir wieder an,eine Woche (einen Monat oder was auch immer) vor Fälligkeit des Futures steht der Future bei 5.990 Punkten und der Dax bei 6.000 Punkten.
Jetzt kommt es direkt am Montag der Folgewoche im Dax zu einem Kurssprung auf 8.000 Punkte (ist natürlich übertrieben, soll aber das Prinzip verdeutlichen).Dieser Sprung ist deutlich über der normalen Volatilität und anstatt wieder zu fallen,steigt der Dax weiter und weiter und weiter.
Gleichzeitig rückt der Fälligkeitstag (Freitag) immer näher.Was werden Sie tun?Richtig,Sie kaufen den Future.Wie groß ist schon die Chance,dass der Dax jetzt,wo er bei 9.500 Punkten steht,innerhalb von einem oder zwei Tagen bis zur Fälligkeit wieder auf 5.990 Punkte zurückfällt?
Diese Wahrscheinlichkeit geht gegen Null und Sie können sich in solch einer Situation über einen quasi risikolosen Gewinn freuen.Nun sind Sie aber nicht der einzige,dem das auffallen
dürfte.Nein, viele Trader werden diese Chance nutzen wollen und was passiert?Es steigt die Nachfrage.Dies treibt die Kurse des Futures massiv in die Höhe und die Nachfrage wird es
dann wegbrechen,wenn die Spanne zwischen Future und Dax kaum noch risikolose Gewinne übrig lässt.Dieses Spielchen geht aber nicht erst bei einem Unterschied von tausenden von Punkten los,sondern passiert schon im kleinen.
Dies führt dann entsprechend zu einem relativen Gleichlauf zwischen Dax und Dax Future.Aber nicht nur das.Ich hatte Ihnen bereits eingangs gesagt,dass Indizes ausschließlich berechnet werden.Ein Index ist also ein mathematisches Konstrukt und letztlich ein gar nicht handelbares Produkt.Sie können den DAX gar nicht handeln und haben das in Ihrem Leben auch noch nie getan.Das einzige,was Sie kaufen und verkaufen können,sind

a) entweder alle Aktien aus dem Dax in der gleichen Gewichtung,wie Sie auch im Index vorliegen.In diesem Fall bilden Sie den Index also über Aktien nach,was nichts anderes ist,als die zunehmend bekannteren ETFs. oder

b) Sie kaufen irgendein abgeleitetes Produkt auf den Dax.Dazu gehören ETFs,Zertifikate, CFDs und letztlich auch der Future.

Den Future haben wir bereits erläutert,aber was ist mit den anderen sogenannten Derivaten?
Fakt ist zunächst einmal,dass Sie damit NICHT den Dax als solches handeln,sondern immer ein Produkt,dessen Kurse von einem Emittenten gestellt werden.In deren Beschreibung wird
allzugerne verschleiert,dass eben nicht der Dax gehandelt wird,sondern immer nur ein an diesen angelehntes Produkt.
Kommen wir nun zu einem für den Emittenten unter Umständen wichtigen Punkt,dem Risikohedging.
Wenn Sie ein CFD long auf den Dax kaufen,dann kaufen Sie dieses vom Emittenten/Broker. Sie wetten also ersteinmal gegen den Broker.Gehen wir davon aus,der Broker ist nur an dem
sicheren Gewinn in Form des Spreads interessiert,dann hat er just in dem Moment,wo Sie ein Dax CFD kaufen,ein Problem.So wie es jetzt ist,sind nämlich Ihre Gewinne seine Verluste und umgekehrt.Will er dieses Risiko aber nicht tragen,muss er Ihr Geschäft auf der Gegenseite absichern.Er muss also irgendwo ebenfalls Long im Dax gehen.Wenn Sie mit Ihrem CFD gewinnen,gewinnt auch der Broker und reicht seine Gewinne einfach an Sie weiter.Was für ihn dann bleibt,ist der sichere Gewinn aus dem Spreadunterschied.
Wenn Sie verlieren,verliert auch die Hedgeposition des CFD Brokers,aber diesen Betrag zieht er sich ja von Ihrem Konto ab.
Erneut bleibt für Ihn ein Gewinn in Höhe des Spreadunterschieds.
Ok,für das Risikoproblem hat der Emittent einen Gegenplan.Bleibt aber noch die Frage,wo soll er den denn umsetzen?Auch der Emittent hat nur die Möglichkeit aus (a) oder (b) zu wählen,denn der Dax als solches kann eben nicht direkt gehandelt werden.
Die für den Emittenten einfachste und günstigste Variante sich in der oben beschriebenen Form abzusichern,ist über den Future.
Dies schafft im Future erneut Angebot und Nachfrageveränderungen und damit Kursveränderungen.
Damit trägt auch dieses Verhalten zu einem Gleichlauf zwischen Dax und Daxfuture bei,aber
beide verhalten sich niemals 1:1.
Der Wesensunterschied zwischen dem Dax und dem Dax Future sollte nun klar sein und wenn Sie sich das genau überlegen,haben Sie mit Ihrem CFD Trading indirekt schon den Dax Future gehandelt,denn im Zweifel wird der Broker seine Kursstellung immer an dem Produkt anlehnen,über das er sich absichert – und dies ist der Future.
Neben diesem Wesensunterschied gibt es dann nur noch einige Handlingunterschiede.
So hat ein CFD beispielsweise einen Punktwert von 1,00 Euro.
Bewegt sich der CFD Kurs um einen Punkt,verändert sich Ihr Konto um 1,00 Euro.
Bei Dax Future beträgt das Minimum 1 Kontrakt mit einem Punktwert von 25,00 Euro.Das ist die kleinste Einheit,die beim Future gehandelt werden kann,was letztlich 25 mal so hoch wie beim CFD ist.
Desweiteren gibt es in der Praxis natürlich die Verfallstermine zu beachten,womit alle drei Monate auf einen neuen Futurekontrakt umgestellt wird.
Auch die Tatsache,dass Sie im Futurehandel unter Umständen mehr verlieren können,als eigentlich Geld auf Ihrem Konto ist,sollten Sie kennen und verstehen (Margincall).
Viel Erfolg

Rene Berteit

Quelle: Traders-Journal.de

Selbstsabotage

26. März 2010

von Van K.Tharp,Ph.D

In den letzen zehn Jahren habe ich drei verschiedene Modelle der Selbstsabotage kennengelernt.Eines davon ist das sogenannte „Matrix-Modell“.Es geht davon aus,dass wir darauf programmiert sind,„unsinnige“ Dinge zu tun und wir diese Programmierung rückgängig machen müssen,um erfolgreich zu handeln.
Dieses Modell funktioniert zwar,aber es erklärt nicht wirklich,wie dieser Prozess vonstatten gehen soll.

Das zweite Modell der Selbstsabotage beschäftigt sich mit unseren Absichten.Oft wollen wir etwas tun,ein ganz konkretes Projekt in Angriff nehmen,doch irgendetwas in uns sperrt sich dagegen.Ein Teil unserer Persönlichkeit will beispielsweise traden und ein anderer Teil will schwimmen gehen.Dadurch entsteht eine sogenannte „Inkongruenz“,die dazu führt,dass wir uns nicht zu 100 Prozent auf eine Aufgabe konzentrieren können und diese in der Folge auch nicht gut erledigen.
In meinen Augen erklärt dieses Modell schon ganz gut,warum wir uns gelegentlich selbst im Weg stehen.

Und dann gibt es schließlich noch eine dritte,sehr fortschrittliche Erklärung für Selbstsabotage.Dieses Modell besagt,das wir alle “eins” sind.Die Idee,dass wir getrennt von einander funktionieren ist ganz einfach nur eine Illusion,die in Form der Selbstsabotage
auftritt.Das würde für das Trading bedeuten,dass wir „eins“ mit den Märkten sind,das wir die Märkte „sind“,das wir traden und getradet werden.Dieses Modell ist sehr schwer zu verstehen und auch sehr philosophisch– doch äußerst wirksam.Ferner setzt dieser Ansatz voraus,dass die meisten Dinge die wir tun an sich schon eine Form der Selbstsabotage sind – dies beinhaltet auch sämtlich Dinge an die wir glauben oder die wir für wahr halten.
Zudem wird bei diesem Modell davon ausgegangen,dass es keinen Unterschied zwischen objektiven und subjektiven Überzeugungen oder Glaubenssätzen gibt.

Ich habe zu diesem Modell einen Workshop auf Fiji besucht.Hier hatte ich eine wirklich prägende Erfahrung,es war ein Zustand unglaublich starker “Verzückung”,wie ein Tiefenrausch – und ich musste fast den ganzen Tag nur lachen – reines „Glücklichsein“ also.
Diese Erfahrung war so eindrucksvoll,dass sie mich zur folgenden Erkenntnis brachte:
Ich hab für mich bewusst entschieden,dass Selbstsabotage ganz einfach nur dann zustande kommt,wenn sie nicht „ihr Glück fördern“ – also den Dingen nachgehen,die sie wirklich beschäftigen,die sie wollen und die sie glücklich machen.

Haben Sie schon einmal bemerkt,dass die meisten Leute ihre Ziele verfolgen,weil sie die Anerkennung und die Vorteile wollen,die ihnen diese Ziele bieten,weil sie dann einfach „glücklich“ sind,wenn sie ihre Ziele erreicht haben? Doch „Glücklichsein“ ist ein natürlicher Zustand,der einfach „ist“ – Zur Erreichung dieses Zustands ist keinerlei Leistung nötig,auch müssen wir dazu nicht irgendwelche Ziele verfolgen.

Tatsächlich habe ich gelernt,dass die meisten von uns ihr Glück dadurch blockieren,dass sie denken,man müsse zuerst in der realen Welt seine Ziele erreichen – nur dann können wir glücklich sein.In Wirklichkeit ist es jedoch so,das Glücklichsein die wahre Natur oder der Sinn des Lebens ist.

Nun fragen Sie sich sicherlich,was hat Glücklichsein mit Trading zu tun?In meinen Peak Performance-Kursen weise ich immer wieder darauf hin,dass es viel wichtiger ist zu „sein“ statt zu „haben“ oder etwas zu „tun“.Wenn sie erfolgreich traden wollen,dann brauchen sie die richtigen Eigenschaften, die innere Haltung,die einen erfolgreichen Trader auszeichnen. Und eines der Wunder ist,sobald sie beginnen nach dem Zustand des „Glücklichseins“ zu streben (einfach zu „sein“),sie beginnen die Märkte als das zu sehen und zu begreifen,was sie sind.Sie beginnen die wahre Natur der Märkte zu begreifen.

Ich habe das Buch „The Happiness Project” von G. Rubin gelesen.Darin schildert die Autorin ihre eigenen Erfahrungen mit dem Prozess,ihrem „Glücklichsein“ auf die Sprünge zu helfen,
bzw. diesen Zustand zu erleben und zu intensivieren.Viele Informationen in diesem Werk haben mich wirklich fasziniert.Zum Beispiel haben die Recherchen der Autorin ergeben,dass

• Glückliche Menschen mehr Stunden pro Woche arbeiten – auch in ihrer Freizeit und am Wochenende.Diese Menschen zeigen sich zudem sehr viel kooperativer,sind weniger „selbstbezogen“ oder „selbstsüchtig“ und sind in der Regel anderen Menschen gegenüber sehr hilfsbereit.In der Folge erhalten sie durch dieses Verhalten im Gegenzug auch die Unterstützung von anderen Personen.

• Studenten, die während ihres Studiums glücklich waren und Spaß hatten,verdienen in späteren Lebensphasen auch mehr Geld als ihre unglücklichen Mitstreiter von einst.

Fazit:

Glücklichsein kann den entscheidenden Unterschied in ihrem Leben ausmachen!

Ich habe zu diesem Thema mittlerweile viele Beweise gesammelt – gerade bei einigen der Super Trader hat der Zustand des “Glücklichseins” einen dramatischen Effekt auf ihre Ergebnisse beim Trading zu Tage gebracht – im positiven Sinne.Und das können Sie auch, wenn Sie diesen Zustand aktivieren!

Quelle: Traders-Journal.de

Rainbow-Trading

26. März 2010

Von Lars Gottwik

Sehr geehrte Traderinnen und Trader,in diesem Artikel über (m)einen Tradingstil,das Rainbow-Trading,möchte ich Ihnen einen ersten kurzen Überblick über eine Strategie geben,die mich seit Jahren fasziniert und mich als Vollzeittrader an den Finanzmärkten profitabel agieren lässt.Das Rainbow-Trading ist Trendfolge in Reinform und hat den Anspruch eine gewisse Zeit an einem bereits etablierten Trend zu partizipieren.
Dieser Trendfolgeansatz erhält durch die markante Verwendung von gleitenden Durchschnitten sein Aussehen.
Für die Signalgenerierung finden Kerzenformationen,Fibonacci-Retracements,Preiskanäle und vieles mehr Verwendung.Eine der größten Stärken dieses Ansatzes ist es,nicht zu früh immer wieder einen potenziellen Hoch- oder Tiefpunkt zu antizipieren,sondern dem einfach und überaus deutlich zu visualisierenden Trend zu folgen.Dem Trader gibt das Rainbow-Trading die verschiedensten Trading-Setups an die Hand,die je nach eigener Neigung und Erfahrung umzusetzen sind.
Ein Setup möchte ich hier exemplarisch vorstellen.Zuerst aber einen kurzen Exkurs in die Welt der Rainbow Begrifflichkeiten.

Centerline:
Der gleitende Durchschnitt,der die längste Periode-Einstellung hat,wird Centerline genannt und ist gleichzeitig der wichtigste im Rainbow-Setup.Mit diesem gleitenden Durchschnitt wird die Trägheit bzw. Reagibilität des kompletten Systems gesteuert.Die Centerline definiert das Bull/Bear-Level und somit auch ob Long- oder Shortpositionen zu bevorzugen sind.

Fastline:
Genau das Gegenteil der Centerline ist die Fastline.
Wie der Name schon sagt,ist sie der gleitende Durchschnitt mit der niedrigsten Perioden-Einstellung.
Warum ist die Fastline so wichtig?Weil sie maßgeblich an der Signalgenerierung beteiligt ist.Bei unterschiedlichen Rainbow-Setups werden verschiedene Fastline-Einstellungen verwendet.

Spin:
Ein Spin im Rainbow-Trading zeigt eine komplette Trendumkehr an.Das heißt:
Alle gleitenden Durchschnitte wechseln von der einen auf die andere Seite.
Anders als bei klassischen »Cross -Systemen«,die auf dem Kreuzen von zwei gleitenden Durchschnitten basieren,braucht der Rainbow Zeit zum »Spinnen« (drehen).
Das heißt:Ein System,das immer im Markt investiert ist,eine sogenannte Stop-and-Reverse-Taktik,ist mit dem Rainbow nicht möglich.

Backspin:

Wie der Name bereits andeutet ist der Backspin mit einem Spin verwandt.Allerdings ist mit dieser Begrifflichkeit eine Konsolidierung und nicht ein kompletter Trendwechsel gemeint.Die Ausgeprägtheit einer Konsolidierung im Trend wird im Rainbow-Trading gemessen,indem der Trader beobachtet,wie viele gleitende Durchschnitte anfangen einzudrehen und wie tief der Preis in den Rainbow eintritt.Bei Backspins werden Red-,Yellow-,Green- und Blue-Backspins unterschieden.

Spining Girl:
Ein Basiswert,der sich in einer Range bzw. trendlosen Phase befindet,wird als Spining Girl bezeichnet.Die gleitenden Durchschnitte „spinen“ ohne Unterlass von einer zur anderen Seite. Zeigt sich ein solcher Chart,so sollte der Rainbow (Trendfolge-) Trader nicht nach Trading-Ideen Ausschau halten!
Nachdem Sie nun einige Begrifflichkeiten des Rainbow-Trading kennengelernt haben,möchte ich exemplarisch für die verschiedenen Rainbow Trading-Setups zwei Ansätze kurz umreißen.
Red Bullish Hammer

Die Hammer-Entry-Setups sind mächtige Werkzeuge.Natürlich hängt die Trefferquote stark davon ab,welches Profit Target man wählt bzw.wie die Stops verwaltet werden.
Der Trader muss sich aber immer vor Augen führen,dass in diesem Moment alle Signale auf Grün stehen.
Der Rainbow ist voll aufgefächert.Kein gleitender Durchschnitt schneidet einen anderen!
Der Preis liegt über der Fastline.Es bildet sich ein Red Bullish Hammer,d. h. der Preis setzt auf den roten Durchschnitten kurz auf,um danach umgehend die Bewegung impulsiv in Richtung des Trends wieder aufzunehmen.Der Schlusskurs liegt außerhalb des Rainbows und somit auch über der Fastline.Die Kerze schließt auf Periodenhoch respektive in den oberen 20% der Range!
Sind alle Kriterien erfüllt,eröffnet der Trader eine Long-Position zum Open der nächsten Kerze.
Für den Stop-Loss gibt es zwei Varianten.Der aggressive Trader sollte den Stop-Loss direkt unter die Kerze legen.Nach solch einer bullischen Kerze,die in Trendrichtung gebildet wird,ist von einer umgehenden Trendfortsetzung auszugehen.
Diese Variante ist sehr aggressiv und zielt auf ein sehr gutes CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) ab.Der Trader geht bewusst das Risiko ein, durch den sehr eng gewählten Stop-Loss öfters kleine Verluste hinzunehmen,um dann aber an wirklich starken Trends überproportional zu verdienen.Wem dieser Stop zu eng gewählt ist bzw. wer dieses Setup mental nicht durchsteht, der kann den Stop-Loss auch unter das letzte Verlaufstief setzen (siehe Dow-Theorie).
Allerdings bleibt hier zu konstatieren,dass diese Stop-Loss-Variante ein relatives Tief in der Nähe bedingt.
Ist kein Verlaufstief in einem sinnvollen Abstand zu finden,ist der Trader gezwungen,entweder den Trade nicht einzugehen oder die aggressive Stop-Loss-Variante zu wählen.
Setzt ein Trader den Stop-Loss unter ein relatives Tief,so ist dies nur sinnvoll,wenn der Entry durch den Red Bullish Hammer relativ nahe an dem favorisierten Tief stattfindet.
In der Rainbow-Szene ist es Konsens,die konservative Stop-Loss-Setzung nur dann anzuwenden,solange das letzte Tief nicht weiter als die doppelte Höhe der Signalkerze entfernt liegt.Findet die Trade-Eröffnung weiter entfernt statt,so sollte der aggressive Stop-Loss bevorzugt werden.Andernfalls beschneidet der Trader auf lange Sicht sein CRV zu deutlich.Meist kann dies dann nicht mehr über eine höhere Trefferquote kompensiert werden.Um die Theorie auch in der Praxis zu verdeutlichen, zeigt der folgende Chart gleich zwei Red Bullish Hammer Setups in kurzer Abfolge. Am 12.März diesen Jahres zeigte sich das angesprochene Setup im EUR/USD 10Minutenchart um 9.30 und 10.00Uhr!In beiden Fällen waren alle Kriterien für einen Long-Einstieg erfüllt!

Quelle: Traders-Journal.de

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