Ursache und Wirkung

25. Februar 2010

– Warum Trader und Investoren ein anderes Denken benötigen
Teil I
von Van K. Tharp, Ph. D und D.R. Barton, Jr.
Während meines Studiums zum Chemieingenieur lernte ich,dass Entscheidungen in meinem Beruf recht einfach zu treffen sind.Es ist in den allermeisten Fällen ein reines „Schwarz Weiß-Denken“ erforderlich,wenig bis keine„Graustufen.“Das geht so:Lerne die Naturgesetze und wende sie an.Lerne wie man Moleküle kombiniert und wie man sie trennt.Lerne wie Masse und Energie von einem zum anderen Ort transferiert werden.Lerne was wirtschaftlich ist und was nicht.Und zum Schluss:Studiere engagiert und mache einen guten Abschluss.
Als ich dann in meinem Beruf zu arbeiten begann,sahen die Dinge oft ganz anders aus als in der Theorie des Studiums.In der realen Arbeitswelt werden die Dinge oft durch äußere Umstände beeinflusst.Die „Schwarz-Weiß-Welt“ wurde immer öfter zu einer Welt mit vielen „Graustufen.“In einer reinen Laborumgebung (wie im Studium) fügten sich die Moleküle auf immer gleiche Weise zusammen.Aber in der realen Welt – bei Produktionsprozessen beispielsweise – konnten Verunreinigungen in das System gelangen und den Wirkungsgrad des Verfahrens negativ beeinflussen oder sogar ein völlig unbrauchbares oder neues Produkt erschaffen.

Wenn bei einem Ausrüstungsgegenstand unter Laborbedingungen bestimmte Leistungsmerkmale gemessen werden,liegen diese bei den anschließenden Feldversuchen oft unter den Werten der Labormessungen.Einflussfaktoren wie schwankende Temperatur etc. verringern die Effizienz.Am Ende ist doch so,dass in der realen Welt der Produktionsplanung diejenigen die besten Ingenieure sind,die am effektivsten mit den Problemen und Bedingungen umgehen können,die nicht in der Theorie des Studiums vorkommen.Und so ist keine Überraschung,dass oft die „reine Intelligenz“ nicht unbedingt ausschlaggebend ist bei Erfolgen auf dem Spielfeld der Chemieproduktion.Die besten Ingenieure haben eine gewisse Cleverness,einen bestimmten Sinn dafür,Probleme zu lösen.
Eine ähnliche Qualität habe ich bei den besten Tradern und Investoren die ich kenne gefunden.Sie sind,bis auf einige Ausnahmen,nicht die besten Theoretiker – aber sie haben ein bestimmtes Grundverständnis der Gesamtzusammenhänge,die es ihnen ermöglicht,sich den Gegebenheiten anzupassen,ihre Vorgehensweise nötigenfalls zu korrigieren und ihre Arbeit mit selbstbewusster Leichtigkeit fortzusetzen.Diese Qualitäten und Eigenschaften machen aus einem “Durchschnittsdenker” jemanden der einen außergewöhnlichen „Sinn“ für

Problemlösungen entwickelt hat.Lassen Sie uns daher einen Blick auf einige dieser Konzepte werfen – wie man zum Beispiel gute Entscheidungen trifft – und wie man diese Konzepte leicht modellieren kann.
Trading ist keine Ingenieurswissenschaft oder Bilanzierung
Bevor wir uns mit den grundlegenden Merkmalen der Entscheidungsfindung anschauen,müssen wir uns ganz klar über die Unterschiede sein zwischen den Lernprozessen beim Trading und den klassischen,wissensbasierten Berufen der Ingenieure oder Mediziner.Ich höre oft angehende Trader darüber lamentieren,das man lediglich ein wenig mathematisches Verständnis sowie einige Mausklicks benötigt,um Wochen später ein konstant erfolgreicher Trader oder Investor zu sein.Einige Profi-Trader entgegnen dieser Ansicht folgendermaßen:
„Ein hoch bezahlter Arzt oder Anwalt muss erst jahrelang studieren und praktische Erfahrung sammeln,damit er eine hohe Vergütung bekommt.Wer würde erwarten genau so gut bezahlt zu werden wie der erfahrene Profi,wenn er nur einige Wochen studiert hat?“
Während der Gedankengang teilweise korrekt ist (der Fakt,das auch Trading eine wissensbasierte Grundlage hat), so wohnt dieser Argumentation ein großer Trugschluss inne. Wenn man sich das Minimum an Können als Ingenieur oder Mediziner angeeignet und gezeigt hat ebnet es in den allermeisten Fällen den Weg in eine gut bezahlte Position des gewählten Berufes. Das ist bei Tradern nicht so!
Der Lernprozess für einen Trader gleicht eher dem eines Pokerprofis.
Das Wissen und Anwenden der Grundfähigkeiten qualifiziert sie lediglich für einen Platz am Pokertisch es garantiert ihnen jedoch keinerlei Einkommen.Obwohl die Analogie zwischen
Poker und Trading nicht ganz perfekt ist,so sind jedoch die Lernkurven und jeweilige Entwicklung ähnlicher als bei Ärzten oder Ingenieuren.Lassen sie uns einen der Schlüsselbereiche betrachten,durch den sich Trading so stark von dem Beruf eines Arztes
unterscheidet.Es ist die Suche nach Gewissheit oder „Was passiert,wenn man alles richtig macht,aber es kommt das Falsche dabei heraus?“
Ärzte und Ingenieure leben in einer Welt von Ursache und Wirkung (dies gilt eigentlich für die meisten Berufe).Wenn man A macht wird zu einem sehr hohen Prozentsatz auch B folgen.
Es gibt natürlich einige Ausnahmen,wenn beispielsweise eine Produktionslinie verunreinigt wird,oder Bearbeitungsverfahren nicht funktioniert,doch im Großen und Ganzen gilt,wenn
sie die korrekt handeln,bekommen sie das korrekte Resultat.Trading ist komplett anders.
Ein Trader kann das perfekte Setup und den richtigen Einstieg sowie Ausstieg haben und trotzdem einen Verlust erleiden.Geld in dieser Situation zu verlieren kann für Trader
problematisch sein,es ist aber bei weitem nicht das größte Problem.Die größte Schwierigkeit ist für die meisten Leute,dass die mentale Verbindung zwischen der Ursache (ich habe alles
richtig gemacht) und dem Effekt (ich habe Geld verloren) unterbrochen ist.Dieses Ergebnis erzeugt einen Konflikt zwischen ihrer klassischen Erziehung,welches sie nicht mit den Werkzeugen ausstattet,die notwendig sind,um mit ungewissen Ergebnissen umzugehen.
In der nächsten Ausgabe des Traders Journal werden Sie erfahren,wie man eine neue Art des Denkens entwickelt.
Quelle: Traders-Journal.de
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“Anyone who says that size does not hurt investment performance
is selling. The highest rates of return I’ve ever achieved
were in the 1950s. I killed the Dow. You ought to see the numbers.
But I was investing peanuts then. It’s a huge structural advantage
not to have a lot of money. I think I could make you
50% a year on $1 million. No, I know I could. I guarantee that.”
“I know guys who can make 50% a year with $5 million, but not
with $1 billion. The problem with guys that do well is they attract
so much money that it neutralizes their advantage.”
—Warren Buffett

Quelle: http://www.daytrading.de

Die 1% Regel

18. Februar 2010

-Auf Dauer reicht es nicht…

Die 1%-Regel ist mittlerweile ein geläufiges Instrument wenn es ums Moneymanagement
und die Positionsgrößenbestimmung geht. Die Grundidee ist einfach und sinnvoll.
Riskieren Sie nie mehr als 1 % Ihres Kapitals in einem Trade. So lässt sich auch bei einer
größeren Verlustserie von Beispielsweise 10 Trades hintereinander der Depotwert immer
noch auf akzeptablen ca. 90 % halten und ein wirklich belastender Drawdown wird vermieden.
Häufig außer acht gelassen wird dabei aber die Größe des tatsächlich in einer Position
bewegten Kapitals, was auch bei Einhaltung der 1%-Regel hohe Ausmaße annehmen kann,
und die daraus resultierenden Gefahren.
Theoretisch verhält es sich folgendermaßen:
Angenommen der Einstieg in eine Position liegt bei 100 Euro und der Stopp-Loss wird auf 90 Euro gesetzt, dann liegt das Risiko für ein einzelnes Stück bei 10 Euro.
Wenn ein Depot von 10.000 Euro besteht, dann können 1 % oder 100 Euro riskiert werden.
Es werden also 100/10= 10 Stücke gekauft,was einem Gegenwert von 1.000 Euro zum Zeitpunkt des Einstieges entspricht. Läuft die Position direkt in den Verlust, dann werden
auch nicht mehr als 1 % des Depots verloren.
Es kann aber auch ganz anders ausgehen,auch wenn Sie sich an diese Regel konsequent halten. Dies zeigt zunächst das Beispiel eines fiktiven Shorttrades in den vergangenen Wochen bei Amgen. Unterhalb des langfristigen Abwärtstrend fielen die Notierungen durch den flachen Aufwärtstrend der Erholung, so dass bei 51,25 $ eine Shortposition möglich gewesen wäre.
Der Stopp-Loss ließe sich in diesem Fall über dem letzten Hoch sowie dem Abwärtstrend bei 53,55 $ relativ eng platzieren.
53,55 $ – 51,25 $ = 2,30 $. Ausgehend von einem Konto von 10.000 $ hätten nach der 1%-Regel 100 $ riskiert werden können, was ca. 43 Stücken entspricht.
Bewegt werden somit 51,25 $ x 43 Stücke = 2.200 $. 22 % des Kapitals sind in dieser Position
gebunden, was im Normalfall kein Problem darstellt. Läuft die Position durch den Stopp,
dann werden nur 1 % verloren. Wie die Entwicklung zeigt, kam es hier aber zu einem
massiven Gap Up. Es bestand also nicht die Chance, die Position am Stopp auch nur annähernd zu verlassen. Mit einem Verlust von 17,56 % hätte die 22 % des Depots beinhaltende Position
am Folgetag wieder glattgestellt werden können. Der Verlust wäre somit um einen Faktor von 3,91 auf 3,91 % des Gesamtdepots angestiegen.
Noch etwas gravierender verhielt es sich bei Celegene. Hier ließ sich in ein bärisches Reversal
unterhalb eines starken Widerstands hinein durchaus sinnvoll bei 47,50 $ eine Shortposition eröffnen. Dies als Spekulation gegebenenfalls auf ein kurzfristiges Doppeltop mit einem Stopp bei 48,80 $. 1,30 $ werden je Stück riskiert, also konnten ca. 77 Stücke gehandelt werden.
Diese entsprechen einem Gegenwert von 3.660 $ oder bereits 36,6 % desDepotwertes.
Die nachfolgende Entwicklung zeigt ein massives Gap Up, so dass bestenfalls die Position bei
53,85 $ wieder geschlossen werden konnte.Aus dem anfänglich berechneten Verlust von 1 % im Falle eines Fehltrades sind nun sehr schnell 4,88 % geworden.
In beiden Fällen handelt es sich um Aufwärtsgaps bei Bluechips nach den Quartalszahlen aus den vergangenen Wochen. Wie die Historie zeigt, können Gaps aber auch noch weit größer ausfallen, vor allem wenn es bei schwacher Newslage nach unten geht.
Deshalb ist es entscheidend, nicht nur nach der 1%-Regel zu verfahren, sondern auch die daraus resultierende Positionsgröße zu beachten. Als Faustregel kann angenommen werden, dass diese nicht deutlich größer als 20 % des Depotkapitals werden sollte. In diesem Fall lassen sind auch extreme Gaps von 50 % mit einem gerade noch akzeptablen Drawdown für den Depotwert von 10 % überstehen.
Sicherlich sind solche Ereignisse selten, die können aber jederzeit auftreten.
Wenn Sie als Trader im Vorfeld bekannte Ereignisse ausschließen und beispielsweise vor Quartalsberichten die Positionsgröße anpassen,dann lassen sich einige Ereignisse bereits im Vorfeld ausschließen. Gaps können aber auch unerwartet zu anderen Zeiten auftauchen,
so dass große Positionen den Depotwert massiv gefährden können. Problemlos lässt sich nach der 1% Regel bei einem engen Stopp-Loss, welcher nur 1 % vom Einstieg entfernt liegt, der gesamte Depotwert in einer einzelnen Positionen unterbringen.
Läuft die Position normal durch den Stopp,dann werden auch nicht mehr als 1 % verloren.
Ein massives Gap kann jedoch die Arbeit von Monaten in einem solchen Fall schnell
wieder zunichte machen.
Vor allem im Bereich der Small- und Midcaps sind noch deutlich größere Gaps anzutreffen.
Dies zeigt auch das Ausnahmeereignis der vergangenen Woche mit einem Gap Up von 228 %
bei Human Genome Sciences,welches dem Biotechindex zu einem Tagesgewinn von extremen
16 % verholfen hat.
Eine Positionsgröße von 30 % des Depotwertes in der falschen Richtung hätte für den Trader hier einen Totalverlust bedeutet. Eine solche Entwicklung ist natürlich wirklich extrem selten aber nie ganz auszuschließen.
Deshalb bietet es sich an, neben einer Regel,nicht mehr als 1% des Depotkapitals in einem Trade zu riskieren auch darauf zu achten, dass der Wert der Position 20 % des Depots nicht übersteigt. Dies ist besonders wichtig beim Handel von CFD, da es dort sehr leicht möglich ist, Positionen zu eröffnen, welche den Depotwert um ein vielfaches übersteigen.
Mit freundlichen Grüßen

Quelle: Traders-Journal.de

Die Geschichte der ETF`s

18. Februar 2010

(Exchange Traded Funds)
In Deutschland sind börsengehandelte Indexfonds immer noch ein relativ neues Anlageinstrument – in den USA gab es ETF-Vorläufer jedoch bereits in den Siebzigerjahren.
Ihre theoretischen Anfänge reichen sogar bis an den Anfang des vorigen Jahrhunderts zurück.
Die Anfänge:
Die Geschichte der passiven Investmentstrategien begann im Jahr 1900.
Damals untersuchte der französische Mathematiker Louis Bachelier die Bewegung von Aktienkursen und wies nach, dass die Chance, besser zu sein als der Markt, nur bei 50 Prozent liegt.Diese Aussage gilt bis heute. Aufgegriffen wurde dieser Ansatz jedoch erst wieder 1952 vom US-Ökonomen und späteren Nobelpreisträger Harry M. Markowitz in seinem Aufsatz „Portfolio Selection“, der die moderne Portfolio-Theorie begründete.
Markowitz‘ Kernaussage darin lautet: Ertragschancen und Risiken hängen direkt voneinander ab.
Der Schlüssel zur Optimierung der Chance-Risiko-Struktur liegt in der Diversifikation,das heißt der Investition in möglichst unterschiedliche Finanzprodukte.
Markowitz wies nach, dass durch Diversifikation Risiken eliminiert werden können, ohne dass Anleger auf Rendite verzichten müssen.
Die ersten ETFs:
Im Jahr 1971 entwickelten William Sharp und Bill Fouse vom US-Finanzdienstleister Wells Fargo den ersten Indexfonds für institutionelle Investoren, den „Samsonite Pension Fund“. Er entstand aus der Idee,einen Markt möglichst genau durch ein Produkt abzubilden.
Dieser weltweit erste Indexfonds war von von Samsonite Junior,Sohn des berühmten Kofferfabrikanten und Schüler von Markowitz,angeregt worden und bildete die 1.500 Einzelwerte ab,die damals an der New York Stock Exchange
gelisteten waren. Ein Preis wurde jedoch nur einmal am Tag festgelegt.Positionen im Verlauf eines Handelstages kurzfristig auf- und abzubauen, war nicht möglich.
Im Jahr 1975 gründeten John Bogle und Burton Malkiel die Investmentgesellschaft Vanguard und legten den ersten indexbasierten Publikumsfonds für Privatanleger auf, den „Vanguard 500“. Die Fachpresse reagierte hämisch:
„In Indexfonds anzulegen heißt, von vornherein auf Mittelmäßigkeit zu setzen“.
Der Handel kommt in Schwung:
Trotz aller Unkenrufe begann zwölf Jahre später, im Jahr 1987, der Handel von Cash Index Participations (CIPs) an
der Philadelphia Stock Exchange und von Index Participation Shares (IPS) an der American Stock Exchange. Ein Jahr darauf, 1988, kam der erste Indexfonds für institutionelle Investoren in Deutschland in den Handel,der „CB German Index Fund“. Emittent war die Luxemburger Commerzbank-Tochter CB German Index Fund Company.
Noch einmal ein Jahr später startete in Kanada der Handel mit den auf dem TSE-35-Index basierenden Toronto Index Participation Shares (TIPS). TIPS waren das erste aktienähnliche Instrument zum Indexhandel. Wenig später wurden die Toronto 100 Index Participations (HIPs) nach dem gleichen Prinzip eingeführt.
Kommerzieller Erfolg weltweit:
Seit den Neunzigerjahren wird das Geschäft mit ETFs immer beliebter: Im Jahr 1990 wurde der Zulassungsprozess für ETFs in Gang gesetzt.
1993 wurde mit dem Standard& Poor‘s Depositary Receipt (SPDRs),„Spider“ genannt, der erste kommerziell erfolgreiche ETF an der American Stock Exchange gelistet.
In den vergangenen Jahren brachen sich ETFs im weltweiten Geschäft Bahn. Im April 2000 startete der ETF-Handel in Deutschland, Großbritannien,Israel, der Schweiz und Schweden.
2004 wurden die ersten Gold- und Immobilien-ETFs aufgelegt, gleichzeitig auch ETFs für Schwellenländer.
2005 kamen ETFs unter anderem nach Osteuropa,Südafrika und Irland. Darüber hinaus wurden Strategie- und Rohstoff-ETFs in den Handel gebracht. Heute gibt es eine schier unübersichtliche Vielfalt an ETFs und sie gelten als eine der derzeit beliebtesten Anlagemöglichkeiten.
Quelle: Traders-Journal.de
von Van K. Tharp, Ph.D
Ich glaube das wichtigste was man machen kann um Rückschläge zu verkraften,ist an sich selbst zu arbeiten.Sich selbst wirklich zu verstehen und wie man denkt,kann einem einen Vorteil verschaffen,den andere Marktteilnehmer nicht haben.Als Teil meines Trainings stelle ich jedem Trader einige Fragen,die darauf abzielen,dass die Teilnehmer meiner Seminare zu einer guten Selbsteinschätzung gelangen.
Dabei bin ich der Auffassung,dass die 10 Fragen,die ich meinen Super Tradern gebe,nur ein Minimum der Arbeit an einem selbst sind,ein Anfang.
Mein Rat ist,sich mindestens eine Stunde mit jeder Frage zu beschäftigen – besser noch einen ganzen Tag lang.
Sich diesen Fragen zu stellen bedeutet,wirklich tief in sich zu gehen und die Antworten auf die sie stoßen,werden Ihnen eine Menge über die Struktur ihrer Glaubenssätze und Überzeugungen verraten.
Was sind die sieben psychologischen Schlüsselkomponenten die Sie brauchen?
Sagen Sie nicht „so etwas brauche ich nicht“,weil so eine Antwort zeigt,dass Sie sich dieser Faktoren absolut nicht bewusst sind.Im Grunde leben wir in einer Gesellschaft,in der wir darauf programmiert sind uns so zu fühlen,als wenn wir allein wären und getrennt von allen anderen leben würden.Wir sind darauf programmiert Regeln zu folgen,die andere Teilnehmer des Spiels für uns festgelegt haben.
Als Resultat davon machen die meisten Leute genau das Gegenteil von dem,was für den Erfolg notwendig ist.Wenn Sie sich dessen erst einmal bewusst werden,dann erkennen Sie auch sehr deutlich sämtliche Ihrer Muster, Überzeugungen und Gefühle an denen Sie arbeiten müssen, um Ihren Erfolg als Trader zu steigern.Hier sind einige Beispiele von Überzeugungen,die möglicherweise auf Sie zutreffen
* Ich habe wirklich ein Problem beim Traden mit meiner    Angst umzugehen.Ich möchte einen Trade machen,aber ich habe Angst zu handeln und so zögere ich zu lange.Diese Angst und das Zögern breiten sich zunehmend auch auf andere Lebensbereiche aus.Ich denke,ich habe wirklich Angst zu versagen.
* Ich habe einige interne Konflikte,mit denen ich zu kämpfen habe,wenn ich an meiner Selbsteinschätzung arbeite.Auf der einen Seite will ich wirklich an mir und meinen Fähigkeiten arbeiten,aber auf der anderen Seite will ich lieber andere Sachen machen,als mich mit mir selbst zu beschäftigen.
Die Arbeit mit mir selbst fühlt sich an,als ob ich einen Zahn gezogen bekomme.
* Ich habe keinerlei Disziplin.Manchmal entscheide ich mich einfach spontan zu traden.So mache ich dann meistens einige zufällig gewählte Trades oder kaufe ein Wertpapier das mir einfach gefällt.Und als Resultat davon,scheint keiner meiner Trades jemals richtig ausgearbeitet zu sein. (Beachten Sie:An diesem Punkt muss man noch weitere Fragen stellen:Wie sieht der Selektionsprozess der Wertpapiere vor einem Trade genau aus?
Was passiert,damit ich genau diesen Trade mache?
Begrenzen Sie Ihre Verluste und lassen Ihre Gewinne laufen?
Zwingt Sie ein bestimmtes Gefühl zu traden?)
* Ich mag es wirklich nicht,allein zu sein.Wenn ich Dinge mache die wichtig für den Tradingerfolg sind,wie beispielsweise mentale Arbeit,dann muss ich mich natürlich mit mir selbst beschäftigen und das stört mich bzw. dazu habe ich keine Lust.
Die vier Aussagen sind nur Beispiele,in denen Sie sich möglicherweise wieder erkennen.Doch was immer Sie auch herausfinden,durchleuchten Sie es gründlich!
Was geht da tatsächlich vor sich?
Welche Gefühle will ich nicht länger empfinden?
Wie lauten die verborgenen Überzeugungen?
Welche internen Konflikte existieren?
Wie lauten Ihre Grundüberzeugungen über die Börse?
Es ist wichtig sich daran zu erinnern,dass Sie nur ihre Überzeugungen über die Märkte traden können und nichts
anderes.
Von welchen Grundüberzeugen werden Sie geleitet?
Um wirklich zu verstehen,was Sie beim Trading leitet,sollten Sie so viele Überzeugungen auflisten,wie möglich.
10 Überzeugungen sind ein guter Beginn.
Um Ihnen bei diesem Prozess zu helfen,nenne ich Ihnen meine persönlichen 12 wichtigsten Überzeugungen über die Märkte.Einige von ihnen sind grundlegende Prinzipien,die ich in meinen Seminaren und Kursen lehre – andere passen einfach zu mir oder die Herangehensweise gefällt mir.
1. Begrenzen Sie Ihre Verluste und lassen
Sie Ihre Gewinne laufen
2. Risiko,in Relation zu einem möglichen Verlust eines Trades,ist viel wichtiger als Risiko,in Relation zur möglichen Volatilität.Beides steht in Beziehung zueinander.
3. Sie müssen die R-multiple Verteilung Ihres Tradingsystems verstehen sowie das erwartete, durchschnittliche R,das produziert wird und die Schwankungen dieser Verteilung (wie volatil ist es?).
4. Sie müssen die Ziele und Kriterien kennen,die Sie erreichen wollen und Sie müssen wissen,wie hoch der maximale Verlust sein darf,den Sie verkraften können.
In meinem Fall ist es so,dass ich plus 10 % pro Monat mit meinen Trades machen will.
5. Um Ihre Ziele zu erreichen,müssen Sie das Konzept der Positionsgröße verstehen und zu Ihrem Vorteil nutzen.
6. Legen Sie sich eine “Hauptposition” in Ihr Depot,die Sie möglicherweise nur wöchentlich oder monatlich anpassen
müssen.
Danach finden Sie spekulative Aktien und nutzen Sie den Hebel dieser Titel um eine hohe Performance zu erzielen.
7. Wenn ich einen großen Tagesverlust hinnehmen musste, dann forsche ich sorgfältig nach was passiert ist und wie ich dies möglicherweise verursacht habe.Oder ob ich Fehler gemacht habe.
8. Führen Sie ein Tradingtagebuch.
9. Ziehen Sie die notwendigen Aufgaben
beim Trading durch.
10. Wenn ich nicht aktiv traden kann,dann schließe ich vorher sicherheitshalber sämtliche spekulative Positionen.
11. Verstehen Sie die Wichtigkeit der möglichen „Belohnung“,die Sie für das Eingehen eines Risikos bekommen,und zwar für jeden Trade bevor Sie diesen starten.Der mögliche Gewinn sollte mindestens dreimal so hoch sein,wie das Geld das Sie riskieren.
12. Achten Sie unbedingt auf die Stops Ihrer Hauptpositionen und beobachten Sie den Markt aktiv nach
spekulativen Tradingmöglichkeiten.
Fazit:
Beachten Sie nochmals:Diese 12 Überzeugungen sind meine persönlichen Ansichten!
Ihre Überzeugungen mögen völlig unterschiedlich sein.
Dennoch erachte ich meine 12 als grundlegend für ein gutes Trading.Und – seien Sie ehrlich zu sich selbst und beginnen Sie darauf zu achten,was Sie wirklich über die Märkte glauben – sie überraschen sich möglicherweise selbst dabei!
Quelle: Traders-Journal.de

“Börsenmythen”

18. Februar 2010

„Börsenmythen“ oder
Bausteine für Ihren Tradingerfolg
In der letzten Ausgabe hat Philipp Schröder Ihnen einen Einblick in die Handelsstrategien von daytrading.de gegeben. Heute will Valentin Rossiwall die psychologische Seite des Tradens beleuchten und typische Börsenmythen,Gefahren und Charaktereigenschaften aufzeigen,die Ihren Tradingerfolg bestimmen können.
Als erfolgreicher Trader müssen Sie schnelle Entscheidungen im Zustand der Unsicherheit treffen.
Denn an der Börse wird es nie hundert Prozent Sicherheit geben.Um unter dieser Unsicherheit dennoch schnelle und vor allem gute Entscheidungen treffen zu können,müssen Sie selbstsicher sein.Aus genau aus diesem Grund ist psychische Stabilität für erfolgreiche Trader sehr wichtig.Sie müssen ein unglaublich starkes Selbstbewusstsein haben und für ein starkes Selbstbewusstsein braucht man viel Erfahrung.Erfahrung wiederum ist das Resultat von vielen Fehlentscheidungen.
Und genau diese Erfahrungen aufgrund von Fehlentscheidungen machen viele Menschen nicht,weil Sie Angst haben zu verlieren.Hierau ergibt sich der
1. Baustein für Ihren Tradingerfolg:Sie müssen Ihren „Entscheidungsmuskel“ mit viel Ausdauer trainieren.Je mehr Fehler Sie machen,desto besser –wenn Sie daraus etwas lernen.
Von vielen Seiten hört man, dass Trading einfach sei.Wir – Philipp Schröder und ich – sind da anderer Meinung.
Wenn Trading wirklich so einfach wäre und man Chartformationen nur auswendig lernen oder simplen automatisierten Trendfolge-Systemen sein Vermögen
anvertrauen müsste – warum ist dann nicht jeder reich?
Es geht eben nicht nur darum,die Funktionalität der
Technischen Analyse zu erlernen und ein paar richtige Ein -und Ausstiegspunkte zu finden.
So simpel ist es nicht!
Damit kommen wir zum 2. Baustein für Ihren Tradingerfolg: Wenn Ihnen jemand ein Handelssystem verkaufen will,das einfach ist – dann laufen Sie!
Alles, was im Leben erstrebenswert ist,bedarf großer Anstrengung.
Sie können Ihre Lernkurve nicht überspringen – und schon gar nicht mit einem „All-Inn“-Trade.
Es passiert immer wieder,dass Trader wiederholt zu große Positionen riskieren,weil Sie unbedingt sehr schnell sehr viel Geld verdienen wollen,ohne zuerst Schritt für Schritt das Handwerk zu erlernen.
Es wird gespielt – „gezockt“– kann man wohl besser sagen. Aber wenn Sie so traden, können Sie auch gleich ins Kasino gehen.Traden ist eben ein Marathon und kein Sprint!
Erfolgreiche Trader verbringen Stunden und Tage damit, besser zu werden und zu wachsen.
Mein Baustein 3 für Ihren Tradingerfolg:
Auch Sie lernen jeden Tag mehr über die Börse.
Hier lauert allerdings eine Gefahr für besonders engagierte Trader:
Menschen,die sich durch die Beschäftigung mit der Börse immer mehr von ihrer Außenwelt abschotten,neigen dazu,sich in für sie positiven Gedankenwelten zu verlieren, was sie dann irgendwann dazu bewegt irrationale Trades einzugehen.
Was Sie daraus lernen können:
Passen Sie auf,dass Sie nicht in eine solche Abhängigkeit geraten und nehmen Sie lieber rechtzeitig eine Auszeit von der Börse,um das übergeordnete Bild wieder zu gewinnen.
Wenn Sie glauben, Sie hätten das Patentrezept für ein erfolgreiches Trading in nur einer einzigen Strategie gefunden,wird die nächste Marktphase Sie bitter enttäuschen.
Trading ist ein Business und wie jedes Business braucht es ein vernünftiges Startkapital.
Es ist erstaunlich,wie viele Menschen immer noch glauben,mit einem kleinen Konto von ein paar tausend Euro und ohne viel Aufwand beim Trading langfristig wirklich erfolgreich sein zu können.Ich rate Ihnen (Baustein 4):
Sie müssen zuerst in Ihre Ausbildung investieren.
Wenn Sie das nicht tun,werden Sie höchstwahrscheinlich – nein,mit Sicherheit– mit Verlusten dafür bezahlen.
Aber auch wenn Sie in Ihre Ausbildung investieren,heißt das nicht,dass Sie nicht noch zusätzlich Ihre eigenen Erfahrungen,z.B. durch fehlgeschlagene Trades etc.,machen werden bzw. machen müssen.
Es braucht einfach Zeit und Ausdauer,um ein erfolgreicher Trader zu werden.
Sehen Sie es einfach als Ihren zweiten Beruf und denken Sie nun daran,was eine „normale“ Berufsausbildung an Zeit,Ausdauer,Einsatz und nicht zuletzt Geld kostet und wie lange Sie dafür gebraucht haben,um richtig gut in Ihrem jetzigen Job zu werden.
Überlegen Sie,welche Summen Top Manager für ihre Ausbildungen zahlen,oder was ein Studienlehrgang an einer internationalen Top-Universität wie Howard oder Yale Sie kosten würde.
Wenn Sie zu den Trading-Profis gehören wollen,müssen Sie dafür hart arbeiten und zuerst in sich selbst investieren bevor Sie nachhaltige Profite erwarten können.
Natürlich werden Sie einige Trader finden,die in den „fetten Jahren“ der dot-com Blase ein richtig „fettes Vermögen“
verdient haben – allerdings nur,um es dann nach dem Platzen eben jener Blase den Märkten wieder zurückzugeben.
D.h., diese „Glücksritter“ verlieren ihr Geld wieder,sobald sich die Marktphase ändert.Und genau diese Tatsache führt Sie zu meinem vorerst letzten Baustein für Ihren Tradingerfolg:
Sie müssen flexibel sein.
An der Börse kommt es oft anders als erwartet – es ist eben wie im Leben:
Wie können Sie wissen,wo Sie in 5 Jahren stehen werden?
Viele Menschen wollen ein handfestes System mit möglichst unumstößlichen Regeln.Doch als konstant profitabler Trader müssen Sie auch flexibel und gleichzeitig konsequent sein und sich den Markttrends anpassen.
Wenn es ein dauerhaft gewinnendes System geben würde,wäre es nicht schon von einer Großbank entdeckt worden?
Jede Strategie hat ein Verfallsdatum und nur Sie können entscheiden,wann Sie Ihre Strategie anpassen,um die nächsten Marktphase erfolgreich zu meistern.
Mein Fazit:
Laufen Sie schnell,wenn Ihnen jemand ein Tradingsystem verkaufen möchte,das ohne Verluste exorbitante Renditen
verspricht.Laufen Sie auch,sobald Ihnen jemand erzählen möchte,er hätte verstanden wie das Trading funktioniert oder er hätte den „Heiligen Gral“ des Tradings gefunden.
Verkürzen Sie die Dauer Ihrer Lernkurve,indem Sie von den Erfahrungen anderer Trader profitieren.Lesen Sie Bücher, besuchen Sie Seminare,tauschen Sie sich mit erfolgreichen Tradern aus – kurz:
Investieren Sie in Ihre Ausbildung.So können Sie Ihre eigenen Erfahrungen machen,ohne dass diese zu schmerzhaft werden.Und Sie lernen den Markt kennen – Sie entwickeln ein „Bauchgefühl“ für die Börse und ihre „Macken“.Denn wie schon der alte Kostolany sagte: „Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft!“
Ihr Valentin Rossiwall
Quelle:Traders-Journal.de
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