Trading Tip

30. November 2011

Von D.R. Barton, Jr.
“Dankbarkeit ist nicht nur die größte Tugend,sondern auch der Ursprung aller Anderen.”
Marcus Tullius Cicero

Neulich spielten meine Frau und ich eine Runde Golf mit einem anderen Paar in unserem County Club.Der Ehemann des anderen Paars ist Ingenieur in der Luftfahrtindustrie und seine Frau ist Kinderärztin.Wir genossen den für November ungewöhnlich warmen Nachmittag,als wir den sechsten Fairway herunter liefen und erfreuten uns an der Schönheit des Golfspiels.Obwohl der Ball ruht und niemand anderes versucht den Schlag zu beeinflussen oder zu verhindern,ist es schwierig,die kleine weiße Kugel regelmäßig präszise zu spielen und einzulochen – sowohl für Profis, als auch für Freizeitspieler.
Golf und Trading haben viele gemeinsame Eigenschaften.Um in diesen beiden Disziplinen gut zu sein,braucht man ein gewisses Level an Fähigkeiten und Fertigkeiten.Genau wie ein guter Koch,benötigt ein guter Trader Kenntnisse und Wissen von seiner Materie.
Doch beim Golf wie auch beim Trading benötigt man noch etwas anderes,um langfristig erfolgreich zu sein: Man muss seine Persönlichkeit ständig weiterentwickeln,um Disziplin, Selbstbeherrschung und Dankbarkeit zu entwicklen – und dies wiederum erfordert lebenslanges Lernen und Üben.
Annehmen was der markt einem gibt
Ein alter Spruch unter Tradern heißt: “Nimm, was der der Markt Dir gibt.”
Wenn die Märkte daher keine konstant guten Möglichkeiten zum Geldverdienen hergeben,dann müssen wir uns halt mit geringeren Gewinnen zufriedengeben oder uns auch mal mit unseren Investments zurückhalten,bis wieder bessere Gelegenheiten auftauchen.Wie gute Golfer,gewinnen gute Trader auch nicht die ganze Zeit über!
Vor einigen Tagen schrieb ich einen Artikel über einen legendären Trader, der in diesem Jahr (bis jetzt) mit über 30 Prozent im Minus ist.Generell gesehen,kämpfen dieses Jahr jeden Menge Trader und Fonds mit ihrer Performance und dabei sind die meisten in der Verlustzone (Zum Handelsschluss am 18. November verzeichnet beispielsweise der “Dow Jones Credit Suisse Core Hedge Fund Index” ein Minus von 6.27 Prozent auf das Jahr 2011 gesehen). Das bringt mich zu einem “jahreszeitlich bedingten” Gedanken,für die Leute in den USA.Vor einigen Wochen feierten unsere kanadischen Nachbarn Thanksgiving.Und wir in den USA begingen diesen Feiertag am 24. November.
Rund um köstliche Truthähne und gute Footballspiele können wir alle einmal abschalten,um unsere Dankbarkeit für so viele Geschenke des “Lebens” zum Ausdruck zu bringen. Sollten Sie ein schweres Jahr an den Märkten gehabt haben – relaxen Sie! Sie sollten bedenken,dass auch die besten Trader ein schweres Jahr hinter sich haben.

Seien Sie nicht zu enttäuscht über ihre möglicherweise schlechte Performance,sondern versuchen Sie daraus zu lernen und es nächstes Jahr besser zu machen.Seien Sie dankbar,dass Sie überhaupt Teil des Spiels an den freien Märkten sein dürfen. Es spielt eigentlich keine Rolle,ob Sie ein schlechtes oder gutes Jahr mit ihren Tradingaktivitäten hatten.Seinen Sie dankbar,dass Sie durch ihr Kapital und ihre Risikofreunde einen Teil der benötigten Liquidität für das Funktionieren der Märkte bereitgestellt haben.Sie haben dadurch einen echten Mehrwert für die Wirtschaft produziert.
Durch ihre Rolle als Spekulant läuft die gesamte Wirtschaft effizienter.
Wegen ihnen sind beispielsweise die Transaktionskosten für langfristig orientierte Investoren niedriger und es können zudem mehr Invstoren am Marktgeschehen teilnehmen.Wegen Ihnen können sich Unternehmen am Kapitalmarkt bedienen und so die Investitionen tätigen,die auch in Zukunft einen Fortbestand und ein Wachstum der entsprechen Firmen ermöglichen. All dieses Gedanken sollten Sie sich einmal in Ruhe zu Gemüte führen. Dadurch bekommen Sie einen anderen Blickwinkel auf die Rolle,die Sie als Investor oder Spekulant in der Gesellschaft spielen.Dieser Blickwinkel relativiert auch die möglicherweise nicht so tolle Performance,die Sie mit ihren Handelsgeschäften für sich selbst an den Tag gelegt haben.Denken Sie daran,es werden mit Sicherheit auch wieder bessere Zeiten mit höheren Profiten kommen!

Quelle: Traders-Journal.de Melden Sie sich kostenlos zum Traders-Journal an unter http://www.tradersjournal.de/

StockMarket Muppets

24. November 2011

Trading-Taktik

16. November 2011

Von Ken Long
Als ich beim Militär war,gab es Zeiten,in denen meine Einheit eine Operation exakt planen,gut vorbereiten und dann ausführen konnte.Dann gab es andere Zeiten,in denen es nicht möglich war zu planen oder gut vorbereitet in ein Gefecht zu ziehen,wenn wir beispielsweise überraschend angegriffen wurden etc.Ich denke,dass Trader die Möglichkeiten auf den Märkten zu handeln,auf dieselben zwei Arten angehen sollten.
Anlegen,Zielen,Feuern
Wenn Trader der Meinung sind,zu wissen was an den Börsen abläuft,sie eine Strategie haben und über eine Reihe festgelegter Setups verfügen,dann denken sie in der Kategorie „Anlegen, Zielen, Feuern“.
Beim Traden bedeutet dies,dass sie auf den Handelstag gut vorbereitet sind,über klar definierte Regeln verfügen und den daraus resultierenden Handelsansatz konsequent und diszipliniert umsetzen.
Sie befolgen dabei ihre Ein- und Ausstiegspunkte und halten sich an die Stop-Orders. „Anlegen“ beziehungsweise „vorbereitet“ sein umfasst zudem folgende Dinge:
1. Märkte identifizieren, die zu ihrer Strategie und zu ihrem Time-Frame passen.
2. Ein Handelssystem benutzen,dass diverse Backtesting-Durchläufe bestanden hat,damit sie ihre Tradingregeln auch einhalten können.
3. Das notwendige Screening der Märkte durchführen,Charts analysieren und eingehende Unternehmensmeldungen studieren,damit sie im Vorfeld potenzielle Trades ausfindig machen können.
4. Sorgsam Einstiegspunkte setzen und nötigenfalls ihre Einstiegsstrategie sowie ihr Risikoprofil an die aktuell herrschenden Gegebenheiten anpassen.
5. Ihre Ausstiegstrategie dem Kontext angleichen.
„Zielen“ umfasst zwei Schritte:
Erstens die Trading- oder Gewinnziele sowie ihr maximales Risiko festlegen,basierend auf der von ihnen festgelegten Strategie.Zweitens müssen sie sicherstellen,dass sie sämtliche vorher festgelegte Regeln einhalten können, und zwar bevor sie mit einem Trade beginnen. „Feuern“ bedeutet,den Trade konsequent und regelkonform durchzuführen.
Das „Anlegen, Zielen,Feuern“-Modell versetzt Trader zudem in die Lage, die Hauptbestandteile ihrer Tradingstrategie (Planung-Vorbereitung-Ausführung) im Nachhinein genau zu analysieren und in einem der drei Bereiche möglicherweise Verbesserungen vorzunehmen.
Probieren sie dieses Modell einmal aus,indem sie sich selbst die Fragen stellen:
Bin ich in den Bereichen Planung,Vorbereitung und Ausführung gleich gut, oder zeigt einer der Bereiche Schwächen? Wie würde meine Performance aussehen,wenn ich in allen drei Bereichen gleich gut wäre? Die Antworten auf diese Fragen werden ihnen helfen,ihre Tradingstrategien kontinuierlich zu optimieren und zu verbessern.
Anlegen,Zielen,Feuern
Auch an den Börsen gibt es Zeiten,in denen man anders agieren muss als geplant und wo die festgelegten Strategien nicht zur Anwendung kommen können.Was ist,wenn Trader die aktuelle Situation auf den Märkten die handeln wollen nicht richtig einschätzen können?
Wie vorgehen,wenn man über keine spezifische Strategie verfügt oder keine Zeit hatte,einen Trade in Ruhe mit Ein-und Ausstiegspunkten vorzubereiten?
Unter diesen Umständen sollte das Modell „Anlegen,Feuern, Zielen“ zum Einsatz kommen.Man sieht auf den ersten Blick,dass die Abfolge – oder die Sequenz – der Vorgehensweise eine andere ist.Zudem erscheint dieses Vorgehen riskant,weil man sich dabei nicht an die eigenen Tradingregeln hält.Doch es gibt Umstände an den Märkten,die derart explosiv oder flüchtig sind (z.B. ein FlashCrash),dass man mit einer geplanten Vorgehensweise nichts anfangen kann und jeden Trade verpassen würde.
Für diese Art von Umständen bedeutet „Anlegen“ oder vorbereitet zu sein,dass man sich nur auf den Märkten bewegt und nur die Strategien sowie Time-Frames benutzt,die man in der Vergangenheit schon mit Erfolg gemeistert hat. Trader müssen in der Lage sein instinktiv und blitzschnell zu reagieren.Dies geht nur,wenn man über erprobte Strategien verfügt.Erfahrung ist schließlich einer der besten Lehrmeister, gerade im Bereich der Risikominimierung.
„Feuern“ heißt in diesen Fällen,schnellstmöglich in eine Position einzusteigen,ohne die Umstände des Trades genauer zu kennen und dies auch noch mit einem vertretbaren Risiko zu tun!
„Zielen“ besteht hier in erster Linie darin,den Trade genau zu verfolgen, die Muster zu erkennen und die nötigen Kurskorrekturen vorzunehmen. Es ist wie bei einem ungezielten Schuss aus der Hüfte:
Das Geschoss schlägt irgendwo auf der Zielscheibe ein und anhand des Trefferbildes nimmt man dann erst die nötige Zielkorrektur vor,um genau ins Schwarze zu treffen.Auf diese Weise zu traden,bedeutet mit einem radikal anderen Konzept oder Ansatz an die Märkte zu gehen.Diese Methode ist für diejenigen Trader am besten geeignet,die mit einem Minimum an Informationen auch gute und schnelle Entscheidungen treffen können.Generell gilt jedoch:
Es ist immer wichtig,flexibel agieren zu können – und dazu gehört mehr als nur ein einzelnen Handelsansatz oder eine einzige Strategie.
Daher sollten auch die Trader,die gerne alles genau planen,den Ansatz „Anlegen, Feuern,Zielen“ zumindest im Hinterkopf behalten.
Denn man weiß ja nie,wann dieses Methode einmal von großem Nutzen sein könnte….

Quelle: Traders-Journal.de
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Traden ohne Verstand

6. November 2011

Der Berufsalltag vieler Menschen sieht in der Regel so aus:
Sie fahren in die Firma,gehen an ihren Arbeitsplatz und machen ihren Job. Liegengebliebene oder anfallende Aufgaben werden erledigt, zwischendurch eine Pause und irgendwann ist Feierabend.
Beim Traden werden keine unerledigten Arbeiten gemacht,oder Aufgaben abgearbeitet,die einem zumeist andere gegeben haben.Das macht auch den Reiz dieses Geschäfts aus.Denn viele versuchen gerade mit dem Trading aus dem Hamsterrad Berufsalltag und Abhängigkeit heraus zu kommen.Wer geht schon täglich in seinen Job mit dem Gedanken „Heute suche ich meine Chance!“,„Den nächsten Kunden will ich für mich gewinnen!“.Sicher die wenigsten. Beim Trading ist das Alltag.Beim Traden sucht man ständig nach Chancen.Davon lebt das Geschäft.Doch gibt es hierbei einen entscheidenden Unterschied:
Findet man Chancen,oder erfindet man welche? Die Gefahr welche zu erfinden ist immer besonders groß,wenn die Gedanken einen im Griff haben.Wenn Fragen auftauchen wie: „Wird mir dieser Trade Geld bringen?“,„Werde ich mit diesem Trade meine letzten Verluste ausgleichen?“,„Wird das der lang ersehnte Super-Monster-Trade,der mich aus meinem Drawdown rettet?“.
Wenn Sie solche Gedanken haben,dann haben sie Hoffnungen.„Hoffnung, so sagt man,ist der Kutscher der armut“.Hoffnungen und Gedanken werden vom Verstand kreiert.Und der Verstand ist ein Sucher – er will finden; und zwar dass,wovon er überzeugt ist.Das Fatale ist,der Mensch glaubt seinen Gedanken.Für ihn sind sie die Wahrheit.
Verständlich,denn den Großteil unseres Lebens realisieren wir mit unserem Verstand.Der allerdings größtenteils vom Unbewussten gesteuert wird.Um beim Bild des Kutschers zu bleiben:
Die Pferde sind der Verstand – der Kutscher das Unbewusste!
Man darf beim Trading nie vergessen,das die Realität immer individuell ist.Das können Sie leicht anhand eines Chartbildes überprüfen.Wo der eine Trader einen Kanaltrade in einer Seitwärtsrange sieht,entdeckt ein anderer Trader ein 1-2-3 Ausbruch.Wer hat nun Recht? Beide! Denn es gibt an den Märkten nicht die absolute Wahrheit,es gibt nur die individuelle.Tradingchancen entstehen immer im Auge des Betrachters.Wahr ist,was wir für wahr halten! Wahrheit beim Trading gibt es dann,wenn Sie ein System haben,das nachweislich Gewinne erwirtschaftet.
Ein System auf der Basis von Vermutungen wie z.B. „Ich bin davon überzeugt,der Markt wird sich nicht halten,es geht abwärts!“,wird auf Dauer nicht erfolgreich sein.Mal ehrlich,würden Sie einem Vermögensverwalter ihr Geld anvertrauen, der auf solch wackeligen Gedanken Ihr Vermögen anlegt? Sicher nicht. Komisch ist dennoch,dass sehr viele Tradinganfänger genau so an der Börse agieren.Warum? Weil sie es nicht besser wissen,oder nicht besser können!
Die große Herausforderung beim Handeln ist selektives Denken. Man muss sozusagen seine Gedanken managen: Welche sind nützlich,welche hinderlich.Finden Sie beim Traden Notausgänge für Ihre unnützen Gedanken! Denn sonst wird es schwer erfolgreich zu werden.
Weise Yogameister benutzen für das menschliche Gedankenwirrwarr das Bild eines Affen,der wild und unkontrolliert eine Palme rauf und runter rennt.Die Aufgabe des Traders ist es,diesen Affen zur Ruhe zu bringen. Erfahrene Trader wissen,das wird umso schwerer je kleiner die Zeiteinheiten sind,in denen man handelt.Wer beim Trading konzentriert und fokussiert bleiben kann,kommt erstens schneller ans Ziel und macht zweitens weniger Fehler.Und Fehler führen oft zu weiteren Fehlern.Und vor allem kosten Fehler eine Menge Geld.Ihr Geld!
Gedankenkontrolle hilft gelassener zu agieren und zu erkennen,was wirklich an den Märkten passiert.Es ist z.B. durchaus hilfreich sich seiner Gedanken bewusst zu werden,indem man sie beim Traden aufschreibt. Wer das regelmäßig macht, wird schnell erkennen was seine persönlichen Gedankenfallen sind.Es empfiehlt sich außerdem an seinen Gedanken zu arbeiten,die man haben möchte,um erfolgreich traden zu können.Schließlich will man ja seine Ziele erreichen und nicht sich ständig nur bewusst werden,inwiefern man „falsch“ denkt.Entwicklung findet immer in der Zukunft statt! Die Märkte sind schon nervös genug,man sollte sich das Traden also nicht noch schwerer machen,indem man es zulässt,dass die Gedanken die Regie beim Handeln übernehmen.
Am besten verhält man sich wie der Mitarbeiter,der jeden Morgen in die Firma zum Arbeiten fährt und zuverlässig seinen Job macht.Als Trader bedeutet das: Konzentriert seinen Tradingplan umsetzen.Mit dem Wissen,dass man selbst der Chef ist.

Quelle: Traders-Journal.de
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